Battuta, f., ital., auch terrazzo venétiano genannt, venetian. Aestrich. Die Anfertigung geschieht in folgender Weise: Man nimmt a) 10 Theile nußgroße Stücke alten, vorher durch Auskochung von dem darin enthaltenen Salpeter befreiten Putzes oder Flußsandes, 1 Theil trocken gelöschten Graukalk (in Ermangelung dessen trocken gelöschten Weißkalk) und ungefähr 2 Theile Wasser. Dieser Beton, welcher die Konsistenz durch Regen feucht gewordenen Kieses haben muß, wird auf das Gewölbe, den geebneten Grundboden, den Fehlboden oder Dübelboden so hoch aufgetragen, daß er nach dem Glattstreichen mit einem Rechen 12 em. hoch bleibt, dann mit einem nach Fig. 471 gearbeitetenEisen glatt geschlagen, ihn dadurch ungefähr zu der Stärke von 6 em. reduzirend, doch immer mit parallelen und rechtwinklig sich kreuzenden Schlägen. Diese Schicht muß Tat Wi man auf Bretboden etwas stärker machen als auf Ziegelunterlage oder Gewölbe. b) 2 Theile Ziegelbrocken in kleiner Haselnußgröße, ebenfalls von Salpeter gereinigt, 1 Theil Kalk, ½ Theil Wasser werden sorgfältig gemengt, tüchtig unter einander gerührt, dann auf die Schicht à 5 cm. hoch aufgeschüttet, mit dem Rechen verbreitet und mit einem Richtscheit abgestrichen. Mittels einer Marmor- oder Granitwalze von 0,50 m. Länge, 03—0,0 m. Durchmesser, die man bei Be⸗ „ginn der Arbeit naß macht und während des Walzens von Zeit zu Zeit anspritzt, wird das Ganze zu einer Stärke von 19—10 cm. durchschnittlich zusammengewalzt, worauf es „ungefähr einem Sandsteintrottoir nach leichtem Regen gleichen wird. c) 2—3 Theile Ziegelbrocken, höchstens wie eine Erbse groß, und 1 Theil Kalk werden tüchtig unter einander gerührt und dann 15 mm. hoch, bei fetter Unterlage auch schwächer, blos um zu glätten, aufgetragen. d) Nun lasse man das Ganze 2—3 Tage, nach Befinden hend, nichts zerreißt und nicht kleben bleibt. Hierauf wird der Kontur der Zeichnung, die man dem Fußboden zu geben wünscht, mit einem Messer eingeritzt und thunlichst würfelförmige Steinbröckchen, wie Haselnüsse groß, von verschiedener Farbe, so in den noch weichen Boden eingelegt, daß möglichst die flache Seite nach oben gekehrt ist (letzteres wegen des Abschleifens). Aus demselben Grunde dürfen sie auch nicht aus zu harten Steinsorten genommen sein; dieselben werden ziemlich dicht aufgestreut, kleine Bröckchen dazwischen, und dann niedergewalzt, wonach man sie nochmals mit dem Instrument Fig. 471 pritscht. e) 2 Tage später wird das Ganze mit einem an einen Stab befestigten Stein geschliffen und, obgleich unvollendet, der Benutzung übergeben, indem die letzte Hand nicht unter 4 Wochen, am besten erst nach 8 Monaten angelegt wird. Tritt vorher der Winter ein, so muß man offene Stellen mit Stroh belegen; trockener Frost schadet nichts. Nach Verlauf der 8 Monate giebt man den Fugen, so- wie den weicheren Steinen die Farbe auf folgende Weise, die auch auf andere Steinpflaster von weicheren Steinsorten anwendbar ist: Weißkalk- und Marmorpulver zu gleichen Theilen wird mit so viel als nöthig pulverisirter Erdfarbe trocken gemischt, auf den vorher besprengten Fußboden gleichmäßig aufgestreut und mit einer geschliffenen stählernen Kelle, Fig. 472 bc, eingerieben. Bei Mustern wird das etwaige Ausgefahrene mit einem Lappen sorgfältig abgewischt, nach ganz kurzer Zeit das Ganze, indem man die Kelle der Quere nimmt, wieder überrieben, und so fortgefahren, bis es fast ganz trocken ist, zu glänzen u. endlich sogar zu spiegeln beginnt, beinahe wie polirtes Metall. Nach dem es nun mindestens einen Tag sorgfältig vor Staub geschützt, gestanden hat, schreitet man zu dem Einölen und Glanzgeben. Vollständig bleibenden Glanz erhält es durch Leinöl, die Olung muß jährlich zweimal erneuert werden; ein schon geölt gewesener Fußboden nimmt später die Färbung nichr mehr so gut an. Dieser Fußboden wird in Venedig auch terrazzo gen., und mit seiner Anfertigung beschäftigt sich eineeigene Innung, die terraszeri od. terrazzaji. In ganz Oberitalien braucht man ihn zu inneren Fußböden sowie zu Trottoirs, in Deutschland zu Vorsälen, Treppenpodesten und sogar zu Treppenstufen, wo dann die eigentliche Treppe aus Ziegeln besteht und der B.⸗UÜberzug der Trittstufe durch eine auf die Setzstufe auf die hohe Kante gelegte, zu beiden Seiten in die Mauer greifende Eisenschiene vor dem Ausbröckeln bewahrt wird. Es verdient dieser Fußboden umfängliche Anwendung durch seine große Sauberkeit und Eleganz; auch kältet er nicht sehr, ist verhältnismäßig nicht zu theuer und bekommt selbst in der größten Hitze und Trockenheit keine Risse.