FeedBergblau
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Bergblau, u., frz. bleu de montagne, ocre bleue, cendres bleues, bérubleu, engl. mountain-blue, 1. natürliches B. oder Kupferlasur; neutrales kohlensaures Kupferoyd, mit Kupferoxydhydrat zu wasserhaltigem basisch kohlensauren Kupferoxyd verbunden. Es kommt gewöhnlich gemengt mit dem natürlichen Berggrün vor. Als Leimfarbe angewendet, wird es nach einigen Tagen grünlich, vorzüglich wenn es der Sonne ausgesetzt ist; als Oelfarbe angewendet, dunkelt dasselbe und verliert seine Schönheit. Sein Färbevermögen ist 15mal geringer als dasjenige des Berlinerblaues. — 2. Künstliches B. oder Kalkblau. Man zersetzt eisenfreie salpetersaure Kupferlösung durch Schütteln mit kohlensaurem Kalk u. erhält so ein Sediment von kohlensaurem Kupferoxyd, welches ausgewaschen und getrocknet in den Handel kommt und mit 8—10 Proz. frisch gelöschten Kalkes feucht gemischt eine kaltblaue Farbe zeigt. Im Handel unterscheidet man die Sorten nach ihrer Feinheit in folgender Reihe: Hochbergblau, Mittelblau, feine hochblaue Bergasche, feine mittelblaue Bergasche, feine ordinärblaue Bergasche. —3. Man löst gleiche Theile Kupfervitriol und Kochsalz in 6—8 Theilen kochenden Wassers, verdünnt die Lösung noch durch 30 Theile Wasser, filtrirt und fällt mit Kalkmilch. 519. 520. 521. 522. 523. 524. 1. Bergbohrer. Nach 24 Stunden entfernt man den Niederschlag von dem Wasser, wäscht ihn aus, schneidet ihn in Tafeln, trocknet diese, dann bringt man sie in frischen Kalkbrei, läßt sie unter Umrühren drei Wochen darin, wäscht sie dann ab, trocknet und pulverisirt sie; s. d. Art. armenischer Stein, Bremerblau, Mineralblau. W.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 341Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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