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TechnikBau-Lexikon 1881

Blech, n., 1. im weit. Sinn, frz.plaque, planche, feuille, lame f. de métal, engl. plated metal, sheet-metal, ital. lama, lamiera, span. hoja, plancha, chapa, eine durch Schlagen oder Walzen erzeugte u. im Verhältnis zu ihrer Länge und Breite sehr dünne Metallplatte, wird fast aus allen Metallen bereitet. Zur genauen Bestimmung der Blechstärke dient die Blechlehre (s. d.). Im Bauwesen findet namentlich Anwendung das Kupferblech, ZBinkblech u. Eisenblech, letzteres am häufigsten, daher es 2. Blech schlechthin genannt wird, frz. planche f. de fer, fer en lames, fer en feuilles, engl.sheet-iron, iron-sheet, iron-plate; eigentlich nennt man auf Blechwerken blos das verzinnte Eisenblech (sog. Weißblech) B., während das schwarze, unverzinnte Schwarzblech Dünneisen genannt wird. a. Das Anfertigen des Hammerblechs, frz. plaques f. Pl. martelées, fer en lames forgé, engl. hammered plate, tilted sheet-iron; das Blechschlagen od. Blechschmieden, geschieht in folgender Weise: Das dazu bestimmte Frischeisenstück, welches von dem Stabhammer bereits aus dem Groben vorgeschmiedet ist, wird in dem Blechfeuer, frz. feu de töle, engl. plate-fire, geglüht, dann von dem Ausgleicher unter dem 9 Centr. schweren Breithammer zu Stäben, dann von dem Urweller unter dem 2—3 Centr. schweren Urwellhammer zu Kolben, dann zu Platten von einer Hand Breite, dem Storblech (s. d.), und endlich zu der gewünschten Größe und Stärke unter dem Blechhammer geschlagen, der, von Schmiedeeisen gefertigt, eine glatte Bahn hat u. von den Daumen einer Welle bewegt wird. Bleche, welche gestürzt werden sollen, Sturzbleche, müssen dabei in der Mitte zusammengeschlagen werden. Zu jedem Blechfeuer gehören 1 Blechmeister und 6 Arbeiter; das ganze Etablissement heißt das Blechhammerwerk, das Gebäude eine Blechhütte. Da mehrere Bleche zugleich in die Zange genommen u. unter den Blechhammer gebracht werden, so taucht man sie, damit sie sich nichtzusammenschweißen, vorher in den Hanebrei, eine Mengung von Lehm, Kohlenstaub und Wasser, wechselt sie auch von Zeit zu Zeit um. Zuletzt wird das Blech abgebrochen, d. h. mit hölzernen Hämmern beklopft, um alles abblätternde Eisen zu entfernen. Vgl. auch d.Art. Eisenblech I. b. Das gewalzte B., Walzblech, frz. plaque laminée, fer en lames cylindré,engl. rolled plate, rolled sheet-iron, wird erzeugt auf Blechwalzwerken, die ganz ähnlich anderen Walzwerken eingerichtet sind; s. d. Art. Walzwerk, vgl. auch Eisenblech III. Zu den gewalzten Blechen gehören auch die neuerdings sehr vielfach gebrauchten verschiedenen Sorten von Wellblech u. Riffelblech (s. d. betr. Art.). Sowohl die gewalzten als die geschlagenen Bleche werden zuletzt beschnitten; s. d. Art. Blechschere u. Blechschneidemaschine; vergl. auch d. Art. Eisenblech III. A. Das Schwarzblech, frz. töle f., fer noir, engl. black iron plate, ital. piastra di ferro, wird nach Centnern od. nach Bunden à 50 Pfund, in den zur Weißblechfabrikation bestimmten Sorten nach Fässern verkauft. Jedes Bund enthält, je nach der Sorte, 2—50 Tafeln; in dem Bundgewicht von 50 Pfund ist das eiserne Band, welches das Bund zusammenhält und ca. 1½ Pfund wiegt, mit inbegriffen. Vom steirischen Dachblech gehen 18 20 Tafeln auf 1 Bund, vom steirischen Dampfkesselblech wiegt jede Tafel 80—100 Pfd. Für die weiteren Sorten gab es bis zur Einführung des Metersystems in Deutschland sehr zahlreiche Benennungen. Da das neue System immer noch nicht überall in die Praxis eingedrungen ist, geben wir hier eine Tabelle über dieseälteren Benennungen mit Beisetzung der Mäße u. Gewichte, ebenfalls nach altemSystem. Ueber die jetzt eingeführten Sorten u. deren Mäße s. d. Art. Blechlehre. Alle auf Bestellung gefertigten Sorten heißen Muster-od. Modelbleche, dazu gehören auch Rohrblech, Malzdarrblech, Pfannenblech etc. Das schwarze Eisenblech wird vom Schlosser zu den meisten seiner Arbeiten verwendet. Gutes Blech muß sich hin⸗ u. herbiegen lassen, ohne Risse zu bekommen oder gar zu brechen, muß also gleichmäßige Dicke haben, darf nicht rissig, schiefrig od. löcherig sein etc.; dergl. Fehler finden sich weniger bei gewalzten Blechen, während unter gehämmerten, bei deren Bearbeitung oft 100 Platten über einander liegen, dergl. fehlerhafte (Ausschußbleche) öfter vorkommen. Die Bleche, d. h. die einzelnen Blechtafeln, werden, wo sie zusammenstoßen, entweder durch Falzen, Nieten oder Löthen an einander befestigt, doch kann man Eisenbleche unter einander und auch mit Gußeisen verschweißen, wenn man Feilspäne von sehr weichem Eisen mit Borax in einem Tiegel schmilzt, das so erhaltene Glas grob zu Pulverstößt, es auf die Fuge streut und die zu löthenden Bleche erhitzt; dann bringe man sie schnell auf den Amboß und befördere die Vereinigung durch leichte Hammerschläge. Da alle Bleche, der Witterung ausgesetzt, leicht oxydiren u. schadhaft werden, so ist ein schützender Anstrich bei ihnen höchst nothwendig gewöhnlich giebt man ihnen einen gutdeckenden Oelfarbenanstrich, welcher aber auf Schwarzblech besser haftet als auf dem Weißblech; ist letzteres gut verzinnt, so bedarf es, wie das verzinkte Eisenblech, gar keines in Da⸗ s. übr. d. Art. Anstrich, Kitt, Lackirung etc. Das Weißblech, verzinntes Eis enblech, frz. fer-blanc, m., Ahan tin-Plate, white iron-plate, ital. latta, wird nach Fässern oder Kisten verkauft und zwar in folgenden Sorten: 1. Pontonblech od. doppeltes Kreuzblech, frz. fer blanc gros, engl. thick-tin-plate, 0, 14 m. lang, 0/½6 m. breit u. 0,16 m. lang, 0,4 m. breit, Kisten zu 100 Tafeln à 100— 150 Pfd., signirt PICod. DIX, DIXXZe. nach der Stärke. — 2. Sturzblech od. Kreuzblech, frz. fer en feuilles, engl. plate-iron (properly said). a) Sächsisches u. englisches, 0,½½ m. lang, 0,23 m.breit, in Kisten zu 225 Tafeln à 120—-150 Pfd., signirt IX, IXXetc., je nach der Stärke; b) steirisches, 0,1 m. lang, 0,34 m. breit, oder 0,as m. lang, 0,54 m. breit, in Kisten zu 300 einfachen oder 150 Doppeltafeln à 150—165 Pfd., signirt W, WWetc., je nach der Stärke. — 3. Foder-, Förder- od. Futterblech. In Kisten zu 225 Tafeln à 100 bis 120 Pfd., signirt 10, in Oesterreich in Kisten zu 300 Tafeln, resp. 150 Doppeltafeln à 140 — 155 Pfd., signirt WF. Häufig wird Kreuzblech u. Foderblech gemischt gepackt. — 4. Senkelblech od. Spenglerblech zu getriebenen Arbeiten, dieselbe Größe, aber dünner, daher leichter, in Oesterreich in Kisten zu 300 resp. 150 Tafeln, signirt WS. — 5.Schüssel- od. Rinnenblech, 0,—0,364m. ins groß, in Oesterreich in Kisten zu 300 Tafeln. — 6. Ausschußblech aller Gattungen, in Oesterreich signirt WA, bei englischen mit der Gattungsmarke und einem Wez. B. Aeltere Benennungen der Schwarzblechsorten. Verkaufsweise — Feines Sturzblech. .. 40 —60 pr. Ctr. Ordinäres Sturzblech . 30—40 — Großes Modelblech .. 2 * Kleines * 4—15 — Röhrblech .. 36—60 — Pontonbleech.. sin Fässern zu 300 Tafeln Doppeltes Kreuzblech .. x Ordinäres Kreuzblech (beschnitten od. unbeschn.) in Fässern Zweierbleeh 2 pr. Bund à 50 Pfund Dreierbleh 3 — — Viererdlech 4 — * Achterbleh 8 — — Zehnerbleh 10 — — Zwölferblech 12 — — Sechzehnerbleech ..16 — V Achtzehnerbleech ..18 — — Zwanzigerbleeh ..20 — — Vierundzwanzigerblech.G 24 — — Zweiunddreißigerblech .(32 — — DICWod. IXXWee. Das Weißblech wird im Bauwesen besonders zum Dachdecken, zu Dachrinnen, Ausguß- und Fallröhren, zu Vorschlagblechen, zu Bekleidung von der Witterung ausgesetzten Bautheilen, zu Luftlochsieben, Klappen, Ventilenetc. verbraucht; je mehr es aber der Zerstörung durch Witterung ausgesetzt ist, desto stärker muß es gewählt werden, was übrigens von allen Blecharten gilt. C. Verzinktes Eisenblech. Galvanisirtes Blech, töle galvanisée, töle zinguée, oder zinquée, engl. galvanized od. zinkeéd sheet-iron. Dieses ist nicht so glatt, aber im Ueberzug bei weitem dauerhafter als das Weißblech. Näheres über die Fabrikation etc. s. im Art. Eisenblech. 3. Bleche aus anderen Metallen; von diesen wird bes. viel im Bauwesen verwendet das Zinkblechls.d.); doch auch Bleiblech, Kupferblech und Messingblech finden häufig Anwendung. Das plattirte Blech, auch plattirte Waäre genannt, frz. doublé, plaqué, m.engl. plated s. Plated ware, dient nur zu Zierarbeiten; s. d. Art. Plattirung sowie Bleiblech, Kupferblech, Zinkblech etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 402Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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