Bret, n., auch Prett, Planke, Diele, f., frz. planche, f., ais, m., engl. table, board, shelf, deal, plank, ital. tavola, asse, span. tablon, plancha, ripia, lat. asser. I. Bis zur Einführung des Metermaßes waren sie in der Regel 12,14,16, 18,20 Fuß lang; längere mußte man besonders bestellen, da die Zretmühlen nur selten darauf eingerichtet sind; s. d. Art. Schneidemühle. Nach ihrer Stärke u. Breite unterschied man bis vor Kurzem: 1. In Nord- u. Mitteldeutschland: Ausschußdiele, fehlerhaft und schwach, ohne bestimmtes Mäß; Herrenbret, Durchschnittsbret, Tafelbret, frz. planche, f., ais m. de ½ pouce d'épaisseur, engl. half-plank, half-inch-plank, shelf; ½ Zoll stark, 6—8 Zoll breit, wahnkantig, ästig etc.: Schalbret, Beschlagbret, in den Marken Kistenbret, frz. planche de %½ pouce, engl. /¾ plank, thin board, ½ Zoll stark, 68 Zoll breit, rein und gut, vollkantig; gemeines Bret od. Mittelbret, zolliges Bret, Bret im engsten Sinn des Wortes, in den Marken Schalbret, frz. planche de 1 pouce, engl. inch-plank, board, 1 Z. start, 810 Z. breit; Spündebreit, frz, pPlanche de 1½¼½ pouce d'épaisseur, 1½ plank, thick board, ¼ 3. stark; hier und da wohl auch: halbes Spündbret 1½ 3. stark, ganzes Spündbret, engl. 1¼½ plank, ,. 3. stark; Nothholz(auf der Weser), eichene Dielen,.“ 18—21 3. breit, 6½ Fuß lang, ¾ 3. dick, gewöhnlich zu Särgen verbraucht. — 2. In Süddeutschland: Halbholz, Dünnbret, österreich. Gemeinlade, Halbbret, ½ 3.“ stark, 14 F. lang; Sattelbret oder Mainbret, ¼½ 3. stark, 12—14 F. lang; Schalbret, ) 3. stark, B. 1 3. stark; Bödstück oder ganzes B., Dickbret, österr. Banklade, /4 3.“ stark. — 3. Die stärkeren Sorten heißen in Nord- u. Mitteldeutschland Bohlen od. Pfosten, in Süddeutschland Dielen oder Zweilinge, wenn sie 2 Zoll, u. Dreilinge, wenn“ sie 3 Z.stark sind; Schleifdielen, wenn sie 3½ 3.stark sind: Stubendielen, 16 F. lang, 15 3. breit, 4½ 3. stark. In München unterscheidet man: Tafelbreter, ½ 3. stark; ge⸗„ meine Bler, 1 3. stark; Falzbreter, 1½ 3. stark; Rähmlinge oder Riemlinge, 2 Z. stark; Läden, über 2 3. stark. In Preußen heißen die 2 3. starken Brer Dielen, stärkere Planken. In Holland hat man noch geschilfte B.er, / bis ½ 3. stark; noch schwächer sind die Fournierbreter. II. Seit Einführung des Metermäßes gelten folgende Benennungen und Mäße: Die Länge differirt von 3—7½ m. Bohle, 68—100 mm. stark; ganzes Spundbret, 50 mm. stark; halbes 40 mm.stark; Tischlerbret, 30 mm. stark; Schalbret, 20 mm. stark; Kistenbret, 15mmstark. Die äußersten, aus einem Blockgeschnittenen Bier, welche auf einer Seite ganz baumkantig sind, heißen Schwarten, Schalen, die nächsten Schwart- od. Endbreter,“ Ortdielen, Schmalbreter, Zaundielen, Schaldielen. Im Schiffsbau heißen die Brer Schiffsplanken, Caravellen od, Schnittbohlen, Karinbohlen, Säbelbreter od. bauchige Platten etc., die Mäße sind hierbei verschieden. III. Um Breter zu gewinnen, zerschneidet man die Bäume in sogen. Bretbäume, Bretklötze, Bretblöcke, auch Sägeblöcke gen., von 12, 14, 16em. Fuß, neuerdings von 3, 4, 5, 6, 7½ m. Länge, und diese werden auf der Sägemühle od. auf einem Sägegerüst, Schneidrost, Bretrost, von den Rostschneidern mit der Schrotsäge in Bier zerschnitten. Bei Berechnung der Brer, die man aus einem Baum gewinnen kann, muß man den 8. Theil der Stärke auf die Sägeschnitte abrechnen. IV. Behandlung der Breter. Wenn die Bier aus der Mühle kommen, werden sie aufgeschränkt od. aufgestapelt (s. d.). Beim Aufstapeln thut man gut, sie zu hölzeln, d. h. durch Dazwischenlegen von Hölzchen den Luftzugang zwischen dieselben zu ermöglichen. Aber auch diese Vorsichtsmaßregel, vereint mit Abdecken oder sonstigem Schutz vor Regenwasser, verhindert das Verderben noch nicht vollständig. Um das leicht stattfindende Aufreißen der B.er, Pfosten u. Bohlen, bes. der buchenen, zu verhüten, verklebt man die Hirnseiten derselben mit Leinwand-oder Papierstreifen; auch ist rathsam, die beim Hölzeln zwischen je zwei Beer zu liegen kommendenBretstreifen(Stapelhölzer) ganz an das Ende herauszulegen, da das entgegengesetzte Verfahren das Aufreißen befördert; aus diesem Grund ist das Aufschränken der feuchten Brer im Dreieck, wobei die Bretenden nie vollkommen aufliegen, nicht zu empfehlen.