FeedBakacs (Thomas)
ReligionBrockhaus 1882

Bakacs (Thomas), ungar. Staatsmann, Sohn dürftiger Bauern-Edelleute aus Erdöd im Szathmarer Komitat, wurde, nachdem er seine Studien in Wien und Padua beendet, von Matthias Corvinus zum Sekretär ernannt, bald darauf mit dem Prädikate «von Erdödo in den . dan Adelstand er-Aarar üon Raai von Titel, dann Bischof von (gram, von Raab (1486) und zuletzt von Erlau. Von Wladislaw II. wurde B. zum Reichskanzler und später zum Erzbischof von Gran ernannt; 1500 erhielt er den Kardinalshut. Trotz einem Gesetze von w1498, welches den Besitz mehrerer Kirchenämter zugleich verbot, erhielt B. noch das milkower Bistum und die zipser Propstei sowie die Vereinigung der Dekanate Hermannstadt und Kronstadt mit seinem Sprengel. Von einer Reise nach Rom kehrte er mit der päpstl. Bestätigung aller erzbischöfl. Vorrechte des graner Primatialstuhls und mit der Erlaubnis, einen Kreuzzug Kin die Türken zu . vöm nach Ungarn zurück (1513). Auch hatte vom Papste Leo X. den Titel und Rang eines päpstl. Legaten für christl. Völker im Osten und Norden Europas erhalten. Die durch ihn für den Kreuzzug geworbenen Scharen wendeten sich indessen nicht gegen die Türken, sondern wüteten gegen den Adel, bis endlich Johann Zapolya 1514 die Haufen nahm und an ihren Anführern blutige Rache nahm. B., welchem . Baner die eigentliche Urheberschaft dieses ungar. Bauernkriegs 1Erden. den wird, starb 1521 und haee seinen Erben, den Familien Erdödi und Palfi, ein ungeheueres Vermögen. B. und seine Zeit hat Eötvös zum Gegenstande eines in Ungarn geschätzten und von Dux ins Deutsche übersetzten histor. Romans: «Der Bauernkrieg in Ungarno (3 Bde., Pest 1850), gewählt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 385Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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