FeedHosius (Stanislaus)
ReligionBrockhaus 1882

Hosius (Stanislaus), Kardinal und Bischof von Ermland, geb. 5. Mai 1504 zu Krakau, studierte hier sowie in Padua und Bologna die Rechte, kehrte 1533 nach Polen zurück und ward in der Kanzlei König Sigismunds I. beschäftigt. Im J. 1538 erhielt H. ein Kanonikat zu Ermland, später ein solches zu Krakau, ließ sich darauf zum Priester weihen und ward Bischof, 1549 von Kulm,‚ 1551 von Ermland. Dabei war H. fortwährend, auch unter Sigismund August, in diplomatischen Angelegenheiten thätig und übernahm als Gesandter wichtige Missionen an Karl V., Ferdinand I., Philipp II. u. a. Das Ziel seines Strebens war die Vernichtung des Protestantismus zunächst in Polen. Zu diesem Zweck übergab er der Provinzialsynode zu Petrikau 1551 seine Confessio fidei christianae catholicaeb. Als apostolischer Legat wirkte H. 1560 zu Wien für die Wiederherstellung des Tridentiner Konzils und wurde 26. Febr. 1561 . Kardinal ernannt. Später befand sich H. zu rient unter den päpstl. Legaten, welche die Versammlung leiteten. Im J. 1565 gründete er den ehlte er das Seminar zu Braunsberg; 1569 betellte er für seine Diöcese einen Koadjutor und begab sich nach Rom, ward 1573 päpstl. Großpönitentiar und starb 5. Aug. 1579 zu Capranica bei Rom. Seine Schriften, meist polemischen Inhalts, sind gesammelt: 4Opera omnian (2 Bde., Köln 1584). Vgl. A. Eichhorn, Der Bischof und Kardinal Stanislaus H.» (2 Bde., Mainz 1855).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 410Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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