Baker (Sir Samuel White), Afrikareisender, der Entdecker des Nilquellsees Mwutan, geb. 8. Juni 1821 als Sohn eines in den Grafschaften Worcester und Gloucester begüterten Engländers, besuchte 1845 Ceylon, wo er bald darauf einen länern Aufenthalt nahm und mit seinem Bruder eine Besizung in dem Gebirge Newera Ellia bewirtschaftete. Seine afrik. Reisen, auf denen ihn stets seine Frau begleitete, begann er 1861. Er verließ Kairo 15. April, kam 11. Juni nach Berber, reiste von da den Atbara hinauf bis Gos Regeb, beuchte Kassala, durchzog die Landschaften am Setit, Bahr Salaam und obern Atbara, ging über Galabat nach dem Rahad hinüber, wandte sich dann über den Dender zum Blauen Nil und ging 11. Juni 1862 an diesem abwärts nach Chartum. Hier mietete er drei Schiffe nebst elam. 2 mit denen er 18. Dez. 1862 unter Segel ging. Nach 45tägiger Sobre traf er in Gondokoro ein, wo 15. Febr. 1863 Speke und Grant mit ihm zusammentrafen, denen er nun Na Rückkehr nach 5. 65 behilflich war. Am 26. März 1863 verließ B. Gondokoro, überschritt 9. Jan. 1864 den Asuafluß, kam 23. Jan. an die Karumafälle des Somerset und 10. Febr. zu Kamrasi, dem König von Unyoro, in dessen Retdenz M'ruli. Von hier ging er westlich und erblickte 14. März bei Vacovia (1 14 nördl. Br.) den zweiten Nilquellsee, der hier Mwutan heißt, und dem B. den Namen Albert-Nyanza gegeben hat. Er fuhr in einem Boote 13 Tage lang an der Ostküste nordwärts bis zur Mündung des Somerset bei Magungo (27 16 nördl. Br.), wo er von einer Höhe aus deutlich den Ausfluß des Mwutan erkennen und weithin verfolgen konnte. Da er später auf seiner Rückreise nach Gondokoro den Nil unter 3 32 nördl. Br. wieder berührte und von dort weit Auntien in der Richtung nach dem Mwutan zu überblicken vermochte, so bleibt am obern Weißen Ril nur noch eine Lücke von wenigen Kilometern, wo der Flußlauf nicht wirklich gesehen wurde, und es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß der Weiße Nil seinen Ursprung zunächst aus dem Mwutansee nimmt. Den Somerset aufwärts verfolgend, entdeckte B. in *. 30 km von der Mündung, einen 40 m hohen Wasserfall, den er Murchisonfall benannte, und indem er bis Karuma den Fluß entlang ging, stellte er auch die Verbindung des Ukerewe mit dem Mwutan durch den Somerset außer Zweifel. Im Okt. 1865 traf B. wieder in England ein. Die Königin erhob ihn zum Baronet; die geogr. Gesellschaften in London und Paris verliehen ihm ihre Medaillen. Hierauf erhielt B. 1869 vom Vizekönig in Agypten den Auftrag, an der Spitze einer roßen militäris en 1 Auelher die Länder am eißen Nil und seinen Quellseen zu erobern und dem Handel zu eröffnen. Zum Pascha und Generalgouverneur der zu erobernden Länder ernannt, fuhr er im Febr. 1870 von Chartum mit 1100 Mann den Weißen Nil hinauf, brachte die Regenjay an der Mündung des Giraffenflusses zu, geangte durch diesen mit 59 Schiffen 15. April 1871 nach Gondokoro, das er Ismailia benannte, und drang unter Kämpfen mit den Eingeborenen und Sklavenhändlern bis Unyoro vor. Am 1. April 1873 kam er nach Gondokoro und im August nach Agypten Dbent Sein Eroberungswerk wird seit 1874 von Oberst Gordon fortgesetzt. B. brachte 1879 ein . Rabr in Cypern zu. Über Ceylon schrieb er The rifle and the hounto und Eight years“ wanderings in Ceylono (Lond. 1855); über Afrika „The Albert Nyanza, great basin of the Nile, and explorations of the Nile sourceso (Lond. 1866; deutsch von Martin, 3. Aufl., Gera 1875), The Nile tributaries of Abyssinia (Lond. 1867; deutsch Jena 1868) und Ismailiad (2 Bde., Lond. 1874); über Cypern Cyprus as Isaw it in 1879 (Lond. 1879; deutsch von Oberländer, Lpz. 1880).