Bauje., bei naturwissens Kaßpag. Bezeichnungen Abkürzung für Bauhin (Kaspar). Bauhin (Kaspar), schweiz. Anatom und Botaniker, wurde 17. Jan. 1560 in Basel geboren, studierte in Basel, Padua und Montpellier, wurde in seiner Vaterstadt 1588 Professor der Anatomie und Botanik und 1614 erster Professor der Medizin und oberster Physikus und Werl⸗ daselbst 5. Dez. 1624. Unter seinen anatom. Werken gibt das Theatrum anatomicumy (Frankf. 1605; vermehrte Aufl. 1621) eine genaue Übersicht über den damaligen Stand der Anatomie. Außerdem schrieb er: Phytopinaxo (Basel 1596), ein Verzeichnis von 2460 Pflanzen, wovon jedoch nur der erste Teil erschien; Prodromus theatri botanicio (Frankf. 1620; 2. Aufl., Basel 1671) und Pinax theatri botanicio (Basel 1623), sein aat vmde⸗ Werk, das 1671 und 1735 neu aufgelegt wurde. Das erste Buch seines (Theatrum botanicump wurde von seinem Sohne Johannes Kaspar B. (Basel erausgegeben, welcher ebenfalls Professor der Medizin und oberster Ichen un in Basel war. Vgl. Heß, Kaspar B.s Leben und Charaktero (Basel 1860). Bauhinia, eine von Linné zu Ehren der beiden Naturforscher Bauhin benannte P anzengattung aus der Familie der Cäsalpinien, die aus lauter Bäumen und Sträuchern der Tropengegenden besteht, die teils aufrechte, teils kletternde, zum Teil „stachelige Stämme haben und in der Vegetation aller Tropenländer eine hervorragende Rolle spie⸗ „len. Sie haben aus zwei am Grunde zusammenö Elatter mn oder verwachsenen Blättchen bestehende trigem, Ronendhut elch und fünf langgenagelten 3Blumenkronenblättern von ungleicher Größe; ihre Dueilt ist eine gestielte, lineale, zusammengedrückte, zweikläppige, vielsamige ülse. Die Bauhinien, unter denen es prächtig blühende Arten gibt, gewoselh im mittlern Europa nur im Warmhause, woselbst sie viel Wärme, reichliche Bewässerung und einen zu drei Vierteilen aus guter, zu einem Vierteil aus Heideerde bestehenden Boden verlangen. Man vermehrt sie durch Ableger. Die Bastzellen mehrerer zu der Gattung B. gehörenden Arten werden in Indien seit langer Zeit zur Herstellung von Tauen, Fischernetzen und verschiedenen Geweben benutzt, sie zeichnen sich durch eine ganz bedeutende Watreit aus und sind sehr widerstandsfähig gegen asser. In den europ. Handel scheinen jedoch diese Bauhiniafasern noch keinen Eingang gefunden zu haben. Diejenigen Arten, welche Haudt Rir, zur Gewinnung von Bastfasern dienen, sind: B. racemosa Lam., B. scandens L., B. reticulata DO. Von einigen Arten wird auch das Holz wegen seiner großen Härte zur Herstellung von Waffen, Scheiden, Handgriffen u. s. w. benußt, Hauptfäcbli von B. acuminata L. und B. tomentosa L. Bauhütten, Baulogen oder Baugesellschaften hießen die alten Korporationen der Steinmetzen und Bauleute. Die Baukunst, die während der ersten Hälfte des Mittelalters in den Händen der Geistlichen und Laienbrüder war, ging seit dem 12. Nusoh. in die Hände weltlicher Meister über, teils infolge des wachsenden Umfangs der Arbeiten, namentlich nach Eintritt der kens 1nol- Architektur in den Bereich der Kunst, teils infolge der er-Diese weltl Selbständigkeit der Stadtgemeinden. Diese weltlichen Meister organisierten sich in Zünfte, mit mancherlei Privilegien, mit eigener Gerichtsbarkeit u. s. w. Zu Regensburg kam 1459 eine Vereinigung aller Bauleute und Steinmetzen in Deutschland zu Stande, und ein Statut für diese allgemeine Brüderschaft ward festgesetzt, das Kaiser Maximilian 1498 bestätigte. Hier und da entwarbie esondere Zünfte ihre eigenen Ordnungen (z. B. ie Torgauer Urkunde). Die Hauptorte waren Straßburg, Wien, Köln, später auch Bern. Diese Statuten Keilen die Disciplin in der Werkstatt fest, dringen auf Sittenreinheit, ordnen die Befugnisse der Bauherren, Lund 2 Parlierer (erst später Polierer), Gesellen und Lehrjungen, und den Ritus der Aufnahme, Lossprechung u. s. w. Bestimmte Erkennungszeichen mußten verschwiegen bleiben, Iu Be aber keine tiefere ser und che Bedeutung. n de aine nee R zu Basel und Straßburg 1563 wurde eine neue Redaction der alten Ordnung beraten, die als Steinmetzrecht oder Bruderbuch gedruckt ward; doch fand dieselbe bereits Kpon Eabei den Reichsfürsten. Kurfürst August von Sach sen verbot damals den Bauhandwerkern in seinen Landen, den von Straßburg an sie ergehenden Aufforderungen Folge zu leisten, da nur ihm allein die Gerichtsbarkeit im Kurfürstentum 1 Straßburgs Rechstagss vom Deutschen Reich hatte 1707 einen Reichstagsbeschluß zur Folge, der die deutchen Bauleute von dieser Haupthütte trennt. miel is ins 19. Jahrh. bestanden aber zu Köln, Basel, Zürich, Hamburg und Danzig Steinmetzbrüderschaften, welche die Ordnung von 1563 aufrecht erhielten. Die Zeit ihres Entstehens und ihres Aufhörens fällt mit der Geschichte der brigen Zünfte usammen. Wesse einfachen sichern histor. Thatsachen sind indessen von den Freimaurern viel verwirrt worden. Es scheint unzweifelhaft, da die moderne Dueiniaungt ihre Formen von den zunftmäßigen Vereinigungen der engl. Werkmaurer entlehnt hat. Den Inhalt der philanthropischen Lehren der Freimaurerei findet man in den echten Urkunden jener zunftmäßigen Vereine nirgends, und die sog. Norker Konstitution von 926 die Edwyn seinen Schützlingen 9960 d. haben s oll, ist entweder ganz unecht oder doch verfälscht. Was in den echten Gesetzen der B. an freimaurerische Lehren erinnert, ist der Ausdruck des allgemeinen religiösen Gefühls, das hier nur stärker hervortritt, weil der Zweck, der die Gemeinschaft vereinigte, für heiliger —7 als die Zwecke der übrigen Dur Vgl. Schnaases Geschichte der bildenden 2. Aufl., Bd. 4, Düsseld. 1872); Heideloff, Die B. des Mittelalters in Deutschlando (Nürnb. 1844); Janner, «Die B. des deutschen Mittelalters v aukunde, s. Bauwissenschaft. das ganze weite Gebiet des Bauens begreift, soweit es nicht dem einfachsten Zweck in anspru Sloser Weise dient. Die B. umfaßt demnach nicht nur künstlerisch ausgestattete Bauwerke, wie Tempel, Kirchen, Museen, Paläste, sondern zu ihr G daud auch die hervorragendern bürgerlichen Geäude, sowie die Kriegs⸗ und Festungsbauten, die Straßen⸗, Brücken⸗, Wasser⸗„ Mühlen⸗ und S . bauten. Im engern Sinne versteht man unter B. die Summe der Baustile der verschiedenen Völker. (S. Baustile.)