Bertha (altdeutsch Berchta, Perahta, d. i. die Glänzende) ist der Name mehrerer berühmter, in das Gebiet der Sage gezogener Frauen des Mittelalters. B., die Peieer deren Gedächtnis die kath. Kirche am 4. Juli feiert, war die schöne und gottesfürchtige Tochter des Frankenkönigs Charibert von Paris, welche, seit 560 mit Athelbert, König von Kent, vermählt, durch die Bekehrung des letztern sowie durch frommen * die Verbreitung des Christentums unter den Angelsachsen außerordentlich begünstigte. — In den dem arlssagenkreise angehörigen romankischen Dichtungen des Mittelalters tritt Dgasst eine B., auch Berthrada mit dem großen Fuße (Berthe au grand pied) genannt, als die Tochter des lehn Charibert von Laon, Gemahlin Pipins des Kleinen und Mutter Karls d. Gr. auf. Im Sagenkreise der Tafelrunde 3 dagegen eine Schwester Karls d. Gr., welche em Milo d'Angleris den Roland gebar, den Namen B. Karl selbst hatte eine Tochter B., die Gemahlin seines Staatsmanns Angilbert und Mutter des n 2. dß⸗ Geschichtschreibers Nithard. — Bekannt ist B., die Tochter des Alamannenherzogs Burkhard und die Gemahlin Rudolfs II., Königs vom transjuranischen Burgund, die nach des letztern Tode 937 die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn Konrad führte, sich 7* mit König Hugo von Italien vermählte und gegen Ende des 10. Jahrh. starb. Diese Königin war eine sehr sorgsame Hausfrau und wird auf rem Ehrone Denkmälern (Siegeln u. dgl.) auf ihrem Throne spinnend +ά t. Vgl. Simrock, B. die Spinnerino (Frankf. a. M. 1853).