Bescheidenheit bezeichnet die Charaktereigenschaft, welche verlangt, daß man sich nicht größere Kräfte, Leistungen und Verdienste beimißt, als man wirklich besitzt, und infolge davon auch nicht größere Ansprüche macht als solche, welche damit in Verhältnis stehen. Von der wahren B. unterscheidet sich die falsche oder übertriebene B., welche sich durch einen Mangel an Selbstgefühl charakterisiert, und die erheuchelte B., welche den Deckmantel der B. benutzt, um selbstische Zwecke zu verfolgen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 889Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei