FeedBialystok polnisch
ErdkundeBrockhaus 1882

Bialystok polnisch, Bjelostok russisch, westlichste Kreisstadt des russ. Gouvernements Grodno, im Bereich des alten Podlachien, an der Biala, 80 km im SW. von Grodno und 187 km im NO. von Warschau gelegen, arschnn, Knotenpunkt der Eisenbahnen zwischen Warschau, Königsberg, Petersburg und Brest-Litowsk, zählt 17658 CE., darunter mehr als die Hälfte Juden. Die Stadt hat eine russ., eine kath. und eine prot. Kirche, zwei Synagogen, 16 jüd. Bethäuser, ein Gymnasium, ein adeliges Fräuleininstitut, 39 Fabriken und Manufakturen, darunter drei Tuch⸗, eine Lederfabrik, zwei Olmühlen, Fabriken in Baumwolle, Wolle und Seife. Die Häuser sind meist einstöckig, von Backvoneinander abstehend, die Straßen gerade, breit und gut gepflastert. Der geräumige Marktplatz ent77 eine betürmte Kaufhalle. Die Stadt hat ein chönes, dem Grafen Branicki gehöriges Schloß mit Itdeutend Park. B. unterhält besuchte Märkte und edeutenden Handel mit Getreide, Holz und Manufakten Fahrh. gegr nach Polen. Der Ort wurde im 14. Jahrh. gegründet, 1749 zur Stadt erhoben und ist seit 1842 Kreisstadt. — Der Kreis Bialystok kam mit den zunächst anstoßenden Teilen der poln. Wojwodschaften Podlachien und Troki, von Masovien und Samogitien durch die dritte Teilung Polens 1795 an Preußen und bildete das Kammerdepartement Bialystok in der Provinz Neu-Ostpreußen. Im Tilsiter Frieden wurde 1807 etwa ein Drittel dieses Kammerdepartements, der zwischen Bug und Njemen gelegene Teil von Podla ien und Troki, an Rußland abgetreten und 1842 dem Gouvernement Grodno einverleibt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 945Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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