Aigues-Chaudes und Aigues-Bonnes, s. Caux-Chaudes. „Aigues-Mortes (lat. Aquae mortuae), angeblich schon von Marius gegründete Stadt im franz. Depart. Gard, 36 km südlich von Nimes, an der Lewn A.⸗Nimes, in einer weiten, mit Seesalz ttellandescho Sumpfebene gelegen, 4 kKm vom ittelländischen Meere entfernt und mit dem Hafen, Fischerdorfe und Seebadeorte Grau-du-Roi durch den 6200 m langen, 30 m breiten und 3 m tiefen Kanal Grande-Robine, einer Fortsetzung des Beaucaire-Kanals, verbunden. Es liegt an der Nordseite des Stadt-Etang, von wo außerdem der nach den Salinen von Peccais und dem untern Teile des Rhöne-Morte laufende Bourgidou-Kanal und der Kanal De la Radelle ausgeht, welcher im großen Or⸗ oder Mauguid-Etang endet. Der Ort zählt (1876) 3167 (Gemeinde 4113) E. und treibt Fischerei, auch Salzhandel aus den 11 km entfernten Salzwerken von Peccais. Er bietet mit seinen Mauern vielleicht das vollständigste und am besten erhaltene Beispiel mittelalterlicher Bauweise dar. Die Mauern bilden ein Parallelogramm von 545 m Länge und 136 m Breite und sind etwa 11 m hoch. Sie tragen, außer den zur Seite der Hauptthore stehenden, 15 Türme und sind oben kreneliert. An der Nordecke liegt das Schloß; dort erhebt sich auch, durch eine Brücke damit verbunden, vor den Mauern die von Ludwig dem Heiligen erbaute cylindrische Tour Constance, 30 m 110 und von 22 m Durchmesser, unten mit fast 6m dicken Mauern, ehedem von einem Graben umgeben, und an der Spitze mit einem +. 5 zu welchem 192 Stufen fuhren. Er enthält zwei gewölbte Säle übereinander. Ludwig der Heilige, dessen Bronzestatue 1849 in A. aufgestellt wurde, schiffte sich hier zweimal (1248 und 1270) zum Kreuzzuge nach Agypten und zu dem nach Tunis ein. Ein vom Sande zugeschütteter Kanal führte damals zur Reede, aber nie ging das Meer bis an A. Der Hafen kann Schiffe von 150—200 t aufnehmen. Aus dem dürren, sandigen . dines e Peccais, wo auch ein zerstörtes Fort dieses Namens steht, gewinnt man jährlich für 1½ Mill. Frs. Salz. Nördlich liegen, 4km von A. entfernt, die Ruinen der Abtei Psalmodi und des Turms Carbonniere, von Karl d. Gr. 788 gegründet.