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ErdkundeBrockhaus 1882

Birmingham, die größte Metallwerkstätte und neben Manchester größte Fabrikstadt Englands, liegt ziemlich in der Mitte des Landes auf den Abhängen eines Datl Relt am Tame und am Bache Rea in dem nordwestl. Teile der Grafschaft Warwick, 175 km im NW. von London und 111 km im SSO. von Manchester. Obgleich die Stadt schon früh wegen • Eisenarbeiten und Ledermanufakturen einige Bedeutung hatte, so verdankt sie doch ihr großartiges Aufblühen besonders der von hier ausgegangenen vervollkommneten Herstellung der Dampfmaschine durch James Watt und Boulton und der damit verbundenen Nutzbarmachung der Dae B. 1700 hatte, war die Zahl derselben 1801 auf 73 670, 1831 auf 146 986, 1841 auf 182922, 1851 1 1881 au 1861 auf 296076, 1871 auf 343787 und 1881 auf 400757 ebie r in 78379 Häusern. Durch die Reformbill I ie Stadt seit 1832 zu Sitz und Stimme für drei Mitglieder im Parlament anen Wn Sie zerfällt in 13 Wards und wird von einem Mayor, einem Recorder, 16 Aldermen und 48 Gemeinderäten regiert. Im J. 1751 bildete sie ein, jetzt neun Kirchspiele. Im allgemeinen gewährt sie keinen angenehmen äußern Anblick, besonders in dem ältern Teile. Die Häuser sind aus dunkelroten Mauersteinen erbaut und nicht übertuncht, sodaß das Ganze einen traurig-monotonen, durch den aus unzähligen Schornsteinen aufsteigenden Rauch der Dampfmaschinen noch verdüsterten Charakter zeigt. Auch bestehen in dem ältern Stadtteile mit seinen vielen engen, schmutzigen Gäßchen sowie in der Vorstadt Deritend noch viele Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrh.; aber außer der St. Martinskirche stammt kein öffentliches Gebäude aus dem Mittelalter. In neuerer Zeit wurde die Stadt, namentlich der mittlere und der höhere Teil, durch breite Straßen und elegantere Häuser erweitert und verschönert. In der Vorstadt Edgbaston, dem Westend, liegen zahlreiche Villen der reichen Fabrikherren. Die sserleitungen sind unzureichend und es fehlt an öffentlichen Badeanstalten. Gleichwohl ist, bis auf die häufigen Lungenkrankheiten, der ilundten Engstand B.s besser als in andern Fabrikstädten Englands. Die Stadt hat 40 der Staatskirche angeörige Gebäude und 100 Kirchen, Kapellen und ethäuser der Dissenters u. s. w., fast alle neuern Ursprungs und zum Teil von schönem Baustil, wie aelanrne die auf dem höchsten Punkte der Stadt gelegene St. Philippskirche und der got. Prachtbau der 1838 eröffneten Kathedrale der Katholiken. Auch die Synagoge verdient der Erwähnung. Ein sehr schönes Gebäude ist das auch durch seine Größe ausgezeichnete Stadthaus, das 1834 nach dem Muster des röm. Tempels des Jupiter Stator erbaut wurde, mit 8 korinth. Säulen in der Front und 13 auf jeder Seite, 61, melang, 32,5 mebreit und 26,3 m end der große Saal, in welchem etwa 4000 Personen sitzen können, ist 42, m lang, 20,5 m breit und 20,m hoch. Vor dem Stadthause steht die Bildsäule Robert Peels, und vor der neuen Markt-Dreit⸗ der größten Englands 79,5 m lang, 33 m eit, 18,3 m hoch, auf dem Bull-Ring die Bronzestatue Nelsons. Außerdem ist noch das Denkmal James Watts zu nennen sowie das von Sturge, des Vaters der Fabrikgesetze. Der großartige Central-Eisenbahnhof für sieben von hier ausgehende Bahnen hat ein gewölbtes Dach. Die übrigen öffentlichen Gebäude der Gerichtshof, das Zellengefängnis für 320 Verbrecher, die Kasernen zeichnen sich wenig aus. Unter den neuerrichteten öffentlichen Gebäuden verdient vor allem Erwähnung das von dem jüngern Barry gebaute Birmingham and Midland Institute, dessen Grundstein 1855 der Prinz-Gemahl Albert legte und das 1866 vollendet wurde. Das sehr umfangreiche, in ital. Stil aufgeführte, mit einer korinth. Säulen halle geschmückte Institut enthält, außer einer freien Bibliothek, Lesezimmern und Sälen zu öffentlichen Vorlesungen, ein naturgeschichtliches und ein Armen⸗, ein Waisenhaus u. s. w. Das Theater ist ein geräumiges, hübsches Gebäude. Drei von Die Einwohnerschaft dieser großen Stadt zerfällt nur in die beiden, unvermittelt nebeneinander stehenden Klassen von Arbeitgebern und Arbeitern, welche letztere an 100000 Köpfe zählen. B. ist der Mittelpunkt der Metallindustrie Englands und eine der wichtigsten Manufakturstädte der Welt, deren überaus mannigfaltige und geschätzte ++ bis über 200 verschiedene Geschäftszweige in 1455 Fabriken und 6256 Werthntten. er Wert der Nbnlich fabrizierten Waren übersteigt 90 Mill. Mark. Namentlich betreibt B. die ion aller Waren aus Gold, Silber und Legierungen, der feinern und gröbern Sorten von Stahl⸗ und Itn Steküber 700 Mill.), Lampen, Leuchtern, von Bronzepiermachéwaren, von Möbeln, Re⸗ irmen, so- wie von Bijouterie⸗ und Dunmledeuen, — laclierten und farbigen Glasarbeiten. Alle diese Curopas a Oemeh ot Europe) bezeichnet hat. Die maschinen, welche, besonders für Schiffe, von 6—450 Pferdekraft hergestellt und auf dem vorbeiführenden Kanal eingese ifft werden. Außerdem befinden sich hier die große, durch Dampfkraft bewegte ½ welche die meisten 30000 C H liefern hana, sowie Fabriken für Vasen, aan 1 u. dgl. * Ort, 1764 noch bloßes Heideland, hat, wie alle naheliegenden u dem an dem Wachsö —— B.s teilgenommen. Manufakturdistrikt, auch de Mittelpunkt 3. m, ehört weiter nördlich a uch der südl. Teil von Si Ln und ein r 1 von Salop. Darin liegen die volkreichen Städte Dudley, Ind Giombrge⸗ Bilston, Walsall, Pebnes und Stourbridge. Unabhängig von der * des Rohmaterials, worin die mei elben Gienproont leisten, blühen verschiedene Zweige der Eisenproduktion daselbst, wie die der Nägel Stenbugel, be Kut der 9½ Zäume und Steig Kutschen- und Wolverhampton an, die Schlösser Wolverhampton und d Aber alle diese Swige ö wie in die B. liegt zwar nicht an einem 2. 810 Nase. der die Ausfuhr seiner rodukte vermitteln Stunden, 48. 8ab und Glasgow in 9—10¾ Stunden. l. Langford, Modern B. and its Connecticut, County New H— am Zusammenfluß des Housatonic und atuck, 18 Em westlich von der Stadt Newhaven mit 167⁰ 2103 C., besitzt seit 1838 eine aus Neuyork dahin verlegtẽ Nadelfabrik, Kupferwalzen⸗, Eisen-Stahl⸗, Ketten⸗, und stadt von Pittsburgh und mit diesem durch eine GHir Brauereien. Im Osten —— B. von —

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 79Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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