FeedCoventry
VerkehrBrockhaus 1882

Coventry, Municipalstadt und Parlamentsborough in der engl. Grafschaft Warwick, 18 km nördlich von Warwick, an der . Süerbo London-Birmingham und an den Bächen Sherbourne und Radford, ein alter, eng und winkelig gebauter Fabrikort, besitzt 19 Kirchen und Bethäuser, unter erstern die 1133 gegründete St. Michaelskirche mit 100 m hohem Turm (von 1795), 12 Glocken und ausgezeichneter Orgel, und die Dreieinigkeitskirche mit 72,1½2 m hohem Turm, sowie ein Rathaus (St.⸗ Mary's-Hall) aus dem 15. Jahrh. Die Stadt zählt (1881) 42 111 CE., hat einen Gerichtshof, ein Gefängnis, eine Draper's⸗ oder Tuch ändlerhalle, das Bablake-Hospital von 1350, eine Lateinschule, eine Zeichenschule, ein Handwerkerinstitut, eine Bibliothek der esellschaft für Religion und nützliche Kenntnisse. C. ist Englands Hauptfabrikstadt für Seide, Seidenband und Uhren. Auch Wollstoffe, Tuche und Tricots werden gefertigt. Von C. geht nach Branston und Oxford einerseits, nach Fazeleyf zum Mersey und Trent andererseits der nach der Stadt benannte Coventrykanal. Auch ist die Stadt mit Birmingham und andern Städten durch Eisenbahnen verbunden, deren Knotenpunkt sie bildet. — C. entstand 1044 nach der Gründung eines Benediktinerklosters, dessen ungeheuere Keller noch vorhanden sind. Zu C. war es, wo die in der engl. Sage bekannte schöne und fromme Lady Godiva nackt durch die Stadt ritt, um gegen uRl. von ihrem harten Gemahl Leofric, Grafen von Mercia, gestellte Bedingung den Ort von den schweren Auflagen befreien. Nach Anordnung des Rats von C. sollten während des Rittes alle Thüren und Fenster verschlossen sein. Ein Mann nur lauschte, erblindete aber zur Strafe. Eine ihn vorstellende Strohpuppe spielt als Peeping JTom (lauschender Tom) noch jetzt bei dortigen Volksfesten eine Rolle. Man feiert 7 jährlich mit großem Pomp diese Prozession. O'Keefe hat die Sage als Lustspiel bearbeitet, ebenso Foote(«The Mayor of the Garratto). Früher galt C. für das Abdera Englands.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 650Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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