Blähungen Flatus) nennt man die im Magen- und Darmkanal befindl 0 Luftarten (Darmgase), besonders wenn sie, durch ihren Abgang oder sonst auffällige Erscheinungen oder Krankheiten hervorbringen. Diese Darmgase sind aber gewöhnlich etwas ganz Normales. Sie stammen teils aus der mit dem Speichel verschluckten Luft, teils aus den genossenen Speisen und Getränken, z. B. Champagner, Selterswasser und andern kohlensäurehaltigen Brunnen, teils werden sie aus den Speisen durch den Verdauungsprozeß entwickelt. seah. chem. Zusammensetzung ist je nach der Beschaffenheit der Rapeun verschieden; bei vorwiegend pflanzlicher Nahrung bestehen sie hauptsächlich aus Kohlensäure und Wasserstoff, während bei Fleischkost berwiegend Stickstoff, Kohlenwasserstoffe und Schwefelwasserstoffgas gebildet werden. Ihre Gegenwart in den Därmen ist notwendig, nicht nur für die Verdauung, sondern 5 1 für das Atemholen, für die Sarle, . des Rumpfes, für alle Entleerungsakte, z. B. Stuhlgang, Gebären, Urinlassen, Husten, Erbrechen. Denn durch diese Darm-Raft allein werden die Gedärme in ein elastisches uftkissen verwandelt, welches, von den Bauchmusteln und dem Zwerchfell zusammengepreßt, den obengenannten wichtigen Funktionen dient. Allerdings können sich zu viel solche B. entwickeln, besonders nach allzu reichlichem Genuß von kohlen-Ron.-ong oder gärenden Dingen, besonders von ost, jungem, hefenhaltigem Bier, Sauerkraut, oder zur Gärung geneigten Pflanzenspeisen, z. B. Kohl, Bohnen und andern grünen Gemüsen u. . w. welche man deshalb blähende nennt. Aber auch hier hilft sih ein gesunder Magen bald, indem die Gase nach oben (durch Aufstoßen) oder nach unten lals Winde) entweichen. Sie erregen aber Beschwerden bei schwachen oder empfindlichen Verdauungswerkzeugen, noch mehr bei wirklichen Krankheiten der Darmschleimhäute, z. B. bei Katarrh derselben, Darmgeschwüren, Darmverengerungen, und hier reicht dann „ schon eine geringe Menge hin w Winde oder N cher leicht gärender in, um heftige Beschwerden zu verursachen. Diese, die sog. Blähungsbeschwerden (Platulentia), bestehen besonders in Auftreibung der Därme, in absatzweisen, heftig kneipenden oder schneidenden Schmerzen (Windkolik, Bauchkneipen), in Beklemmung und Atemnot, in hartnäckigem Kopfweh, Schwindel und Ohnmacht, Gemütsverstimmung u. s. w. In manchen Fällen sind 439 2 diese Zufälle nur ein Zeichen dafür, daß der Darmkanal an irgendeiner Stelle verengt (eingeklemmt, z. B. durch einen Bruch), oder daß er in weiterer Auslahuten 45 und gelähmt ist; denn einen gelähmten, d. h. seines Zusammenziehungsvermögens beraubten Darm treiben die Darm 9 sehr bedeutend auf. t sind auch die sog. Blähungsbeschwerden, besonders die sog. Vapeurs der hyste rischen Frauen und der Hypochonder, nichts anderes als Nervenschmerzen und stellenweise Krämpfe im Unterleibe. Die Behandlung erfordert vor allem sorgsamste Regelung der Diät, insbesondere die gewissenhafte Vermeidung aller Atubenr t leicht gärenden Speisen, und da die Flatulenz oft von Schlaffheit der Bauch⸗ und Darmmuskeln bedingt ist, so erweisen sich regelmäßige Bewegung, viel Spazierengehen sowie die Gymnastik, zumal das Turnen, dagegen sehr nützlich. Auch methodische Friktionen des Unterleibes und die hydropathischen Mittel (kalte Umschläge auf den Bauch, Die dor blabr u. s. w.) zeigen sich oft heilsam. Die sog. blähungtreibenden Mittel (Carminativa) sind hauptsächlich ätherisch-ölige Pflander Gier welche die Darmbewegung anregen und er Gärung Einhalt thun: besonders Kamillen, Fenchel, Anis, Kümmel, Pfeffer⸗ und Krauseminze, Kalmus, Muskatnuß, Baldrian u. dgl., welche man teils in Theeaufgüssen, teils in Tinkturen loder Liqueuren) einnimmt. Oft braucht man auch ihre ätherischen Ole (z. B. als Olzucker, Plätzchen), oder man wendet diese äußerlich an, als Einreibung oder Pflaster. Besonders beliebt ist Muskatbalsam und Karbenöl. Bei Kindern sind die sogenannten B. in der Regel durch anderweite Darmkrankheit bedingt und besonders durch Säure, unverdaute Milch und gärenden Darminhalt hervorgerufen; daher helfen hier oft Magnesia mit Rhabarber, +* und andere ausleerende Mittel. zain., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab20 für Blainville (Ducrotay de). laine (James Gillespie), amerik. Politiker, geb. 31. Jan. 1830 in der Grafschaft Washington in Pennsylvanien, war eine Zeit lang Lehrer im Süden, dann Zeitungsherausgeber in Portland in Maine, darauf Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung dieses Staats (1857-62). Dem Kongreß gehörte er von 1862 an fünfmal als Abgeordneter (bis 1872) an und war 1871—72 Sprecher des Hauses. Als republikanischer agen, Crschaftskandidat 1880 von Garfield geschlagen, ernannte ihn dieser sofort nach seinem Amtsantritt 0 März 1881) zum Staatssekretär (Minister des luswärtigen); nach dem Tode des Präsidenten legte B. im 24 1881 sein Amt nieder. nungen Abkürzung für Ducrotay de Blainville.