Blyde, besser Bleide, auch Tribock (frz. trébuchet), gehörte zu den Wurfmaschinen des Mittelalters und kommt bis ins 15. und selbst 16. Jahrh. hinein vor (noch 1585 wurde Hn lbrecht von Sachsen bei der Belagerung des Schlosses von Rieklingen durch einen Blydensteinwurf getötet). Ihre Einrichtung, der eines Schlagbaums oder einer Schnellwage vergleichbar, bestand darin, daß ein zweiarmiger Hebel oder Wagebalken uden h an einer in zwei senkrechten Ständern ruhenden orizontalen Achse in vertikaler Ebene drehbar befestigt war. An dem kurzen, bei aben Hebe Stellung des Hebels unter der Achse liegenden Hebelarm war ein „Gefaß befestigt, welches mit Steinen, Eisen u. s. w. beschwert wurde und den ganzen Hebel in senkrechter Lage erhielt. Der lange Hebelarm endete in einen Löffel, in welchen man ein Geschoß legen konnte, oder es war an seinem Ende eine Schleuder befestigt, welche das Geschoß aufnahm und im entsprechenden Augenblick losließ. Um die Maschine in Thätigkeit zu setzen, zog man den langen Hebelarm mit Ketten oder mit Hilfe einer Welle zu Boden und versah ihn mit dem Geschoß, gewöhnlich einem Stein. Ließ man ihn los, so schnellte er durch die Wirkung des an dem kurzen Hebelarme ziehenden Gewichts in die Höhe und schleuderte das Geschoß vermöge der Centrifugalkraft in der Richtung der Tangente zu dem von seinem Ende Dscmehenen Kreise fort. Das Gegengewicht bewirkte hier dasselbe, was bei den Ballisten der Alten, mit denen die Maschine am meisten Analogie hat, durch die Clasticität gedrehter Sehnen hervorgebracht worden war. Die geworfenen Steine erreichten oft ein sehr bedeutendes Gewicht (bis 12, ja selbst 30 Ctr.). Mitunter warf man auch mit Brennstoffen angefullte Fässer und selbst totes Vieh in die belagerte Festung, um pestilenzartige Luft zu erzeugen. . der B. verschieden ist die Mange, welche ein bewegliches Gegengewicht hat.