Boisard (Jean Jacques Frangois Marie), franz. Fabeldichter, geb. 1743 zu Caen, trat zuerst 1764 als Dichter auf und dunch sich namentlich im Mercure de France durch seine Fabeln bekannt, von denen die erste Sammlung 1773 erschien. Unter allen franz. Fabeldichtern ist B. derjenige, welcher Lafontaine am wenigsten nachahmte, und der doch, was Einfachheit und Naivetät der Erzählung anbelangt, die meiste Ahnlichkeit mit ihm hat. Die spätern Erzeugnisse seiner Muse finden 80 in den Fableso (Bd. 1 u. 2, Par. 1773—77; Bd. 3, Caen 1805) und in den Mille et une fableso (Caen 1806). Schon sehr jung bekleidete B. verschiedene Verwaltungsposten und war beim Ausbruche der Revolution Sekretär eines der Brüder des Königs. Als er durch die Auswanderung seines Herrn diese Stelle verloren, hielt er sich, da er mit seinen royalistischen Grundsätzen nicht hervorzutreten wagte, fern von allen öffentlichen Ereignissen und starb fas ganz vergessen 1831.