FeedKaab ben-Zuhair (spr. Suhair)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kaab ben-Zuhair (spr. Suhair), berühmter arab. Dichter zur Zeit des Mohammed, Sohn des Dichters Zuhair, des Verfassers einer der sieben sog. Mu'allakät, beteiligte sich an den vielfachen Kämpfen seines Stammes, der Bann Muzaina, und war, wie dieser, dem Mohammed sehr feindlich esinnt, den er mit satirischen Versen verfolgte. ohammed erklärte ihn deshalb für vogelfrei, worauf er, um sein Leben zu retten, sich dem Propheten unterwarf, dem er sein berühmtes auf ihn verfaßtes Lobgedicht vorlas. Der Prophet war so entzückt davon, daß er ihm seinen Mantel (al-Borda) zuwarf. Es ist dies angeblich derselbe Mantel, der noch heute in Konstantinopel aufbewahrt wird. K. starb, wie es scheint, sehr bald nach seiner Bekehrung. Ausgaben des Gedichts von L. Warner (Leid. 1748), G. W. Freytag (Halle 1823), Ignaz Guidi (Lpz. 1871, mit dem Kommentar des Dshemäl-el-din Ibn-Hishäm). Kaaden, Stadt im nordwestl. Böhmen, mit 6332 E. deutscher Zunge, liegt in hügeliger Gegend an der Eger und ist Station der Eger-Komotauer Bahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts. Seit 1863 besteht dort eine Lehranstalt für Land⸗ und Forstwirtschaft. Unter den Industriezweigen ist die Handschuhmanufaktur vorwiegend. K. zählt zu den ältesten Städten des Landes und büßte ihren frühern Wohlstand durch die Hussitenkriege ein. Die Stadtpfarrkirche zeigt noch interessante Reste aus dem 12. Jahrh. Das Rathaus mit schönem Turm wurde nach dem Brande 1811 neu hergestellt. Kaafjord, Hafen in Finmarken (s. d.). Kaaken (kaken, holländ.), den einzusalzenden Heringen die Eingeweide und Kiemen herausnehmen. Kaalund (Hans Wilh.), dän. Dichter, geb. 23. Juni 1818 zu Kopenhagen, widmete sich anfangs der Bildhauerei und Malerei, wandte sich aber bald ganz der Litteratur zu. Von seinen Gedichten sind hervorzuheben: „Et Foraaro (Ein Frühlingo, 1858; 5. Aufl. 1877) und Et Efteraarv (Ein Nach— frühlingo, 1877) und das Drama Fulvia (1875). Kaama oder Haartebeest (Bulbalis caama), eine Art Antilope (s. d.). Kaarta, Landschaft in Afrika, bildet den nordöstlichsten Teil des senegambischen Berglandes, etwa 60000 àkm groß, mit 300000 E.; Hauptstadt ist Nioro, eine hauptsächlich von Bambaras bewohnte Stadt, welche einen Malinkedialekt sprechen. K. und Segu bilden jetzt ein Fulbereich, welches El Hadsch Omar von 1854 an durch Eroberungen gegründet hat. Kaas (Clauson von), s. Clauson-Kaas. Kabache (russ.), altes, baufälliges Haus, auch schlechte Schenke, Branntweinkneipe. Kabale (frz., vom hebr. Kabbala), geheimer Anschlag zur Erreichung böser Absichten, Intrigue, auch die geheime Verbindung, welche solche Ränke Din, Han (vgl. Cabal); kabalieren, K. schmieen, Kabalist (Cabaleur), Ränkeschmied. Kabara, Stadt in Afrika, im westl. Sudan, links am Niger, 8 Km südlich von Timbuktu, dessen Hafenort es ist, zählt 2000 E. Kabarda, Landschaft am nördl. Abhange des Kaukasus, erstreckt sich von W. nach O. von dem Elborus bis zum Berge Passis-mta und nach N. bis zu den Flüssen Malka und Terek; der südliche Teil ist daher bergig und enthält die höchsten, mit ewigem Schnee und Eis bedeckten Gipfel des Kaukasus, während der Norden mehr Flachland bildet. Die etwa 9000 àkm große Landschaft ist gut bewässert, waldig und fruchtbar, und wird von 32 000 E. bewohnt. Die meisten derselben sind die mohammed. Kabardiner, tscherkessischen Stammes, ferner Balkaren, Besginen und Russen und einige andere eingewanderte Völker. Die Kabardiner beschäftigen sich hauptsächlich mit Viehzucht; Ackerbau wird nur zum Dorit Bedarf betrieben. Kabatasch, Vorstadt von Konstantinopel (s. d.). Kabbäla (hebr.), d. h. die empfangene vehre, worunter man ursprünglich sowohl die nichtmosaischen heiligen Bücher als die mündlich überlieferte Lehre verstand, nennt man seit dem 12. Jahrh. die allmählich zu einer eigenen Schule und Litteratur ausgebildete Geheimlehre der Juden, deren Elemente schon in dem pers.⸗macedon. Zeitalter sichtbar werden und deren Grundlage die orient. Emanationslehre ist. Bei Philo, im Talmud und den Midraschim finden sich allerdings theol.philos. Darstellungen, welche zum Teil von den Spätern aufgenommen wurden; doch das erste kosmogonische Buch ist das Buch Jezirahs (deutsch von Meyer, Frankf. 1829) aus dem 7. Jahrh., das dem Akiba (s. d.) untergeschoben wurde. Indes erst seit der letzten Hälfte des 12. Jahrh. zog die Geheimlehre, die anfangs nur über Gott und Schöpfung sich ausbreitete, Exegese, Moral und Philosophie in ihre 18philo und wurde so zu einer mystischen Religionsphilosophie. Die dieser Lehre in den folgenden drei Jahrhunderten gewidmeten zahlreichen Schriften lehrten den geheimen Sinn der Heiligen Schrift und ihrer Auslegungen, der Hagadas, die höhere Bedeutung der Gesetze, sowie durch Anwendung göttlicher Namen und heiliger Sprüche das Wundertum. Ein großer Teil der kabbalistischen Schriften ist anonym oder pseudonym. Das höchste Ansehen genießt das Buch Sohar (eine Art Kommentar zum Pentateuch), in aramäischer Sprache, angeblich von Simon ben-Jochai (im 2. Jahrh.), in der That aber dem Ende des 13. Jahrh. angehörig. Die Gegner der K. waren die Philosophen und zum Teil die Talmudisten. Mit dem Niederange wissenschaftlicher Bestrebungen unter den Juden, besonders seit der Vertreibung aus Spanien (1492), unter dem Drucke unglückseliger Zeiten erhielten die kabbalistischen Studien in Palästina (Isak Luria, Chajim Vital) und Italien (M. di Lonsano, M. Ch. Luzatto) einen neuen Aufschwung, arteten jedoch in Magie und Buchstabenklauberei aus und haben abergläubische Gebräuche erzeugt. Trotzdem beschäftigten sich seit Reuchlin auch christl. Gelehrte, wie Knorr von Rosenroth, Helmont u. a. mit denselben. Vgl. Jellinek, . darseld zur Geschichte der K.5 (Lpz. 1851—52); derse be, «Auswahl kabbalistischer Mystik» (Lpz. 1853). (S. Jüdische Litteratur.) Kabbalist, Kenner, Ausüber der Kabbala, Zauberer u. s. w.; Kabbalisterei (Kabbalistik), kabbalistische Kunst; Kabbalistikum, kabbalistische Schrift. Kabbelung nennt man im Seewesen die Erscheinung auf der Wasseroberfläche, wodurch sich eine vorhandene Strömung kenntlich macht. Es ist dies das Aufwerfen von kleinen Wellen, wie sie auch schnellfließendes Wasser in Flüssen zeigt, wenn es seichte Stellen passiert. Die K. im offenen Meere entsteht gewöhnlich nur, wenn zwei Strömungen in einem Winkel aufeinander treffen oder eine Strömung gegen stillstehendes Wasser stößt. Kabel, ein unter Wasser, in feuchtem Erdboden oder sonst durch feuchte Räume (3. B. Tunnel) zu führender Leiter für elektrische Ströme, daher namentlich Abkürzung für Telegraphenkabel bei unterirdischen und unterseeischen Leitungen. (S. Tele Archde Nachdem man vorher schon mehrfach Vorschläge zu unterirdischen Leitungen und auch Versuche im Kleinen gemacht hatte, entdeckte Werner Siemens in der Guttapercha einen geeigneten rmißt, sind unter C aufzusuchen. Isolator für K. und konnte 1847 zwei je ½ Meile lange, mit reiner Guttapercha isolierte Telegraphendrähte als ersten Versuch versenken. Von 1848 an machte man sich dann in Europa zunächst an die Herstellung von unterirdischen Telegraphenleitungen, mußte dieselben aber bald wieder als unbrauchbar aufgeben, weil infolge des Schwefelzusatzes zur Guttapercha die Isolation bald mangelhaft wurde. Bessern Erfolg hatte man bei den wieder mit reiner Guttapercha isolierten Unterseeleitungen, deren erste 1850 (und 1851) zwischen England und Frankreich versenkt wurde. Seitdem verbreiteten sich die unterseeischen K., mit denen man rasch immer größere Meere zu überschreiten lernte, rasch über die ganze Erde, sodaß 1883 731 K. von 89481 Seemeilen Länge (mit 96 058 Seemeilen Drahtlänge) im Betriebe standen, darunter 9 zwischen Europa und Amerika. Von diesen Seekabeln sind 185 von 82204 Seemeilen Länge (mit 86 721 Seemeilen Drahtlänge) im Besitz von Privatgesellschaften. An die Legung von ausgedehnten unterirdischen Telegraphenleitungen ging man zuerst wieder in Deutschland und zwar vom J. 1876 ab. In Deutschland sind alle Haupt⸗, Handels⸗ und Waffenplätze im Gebiete der Reichspostverwaltung durch unterirdische K. verbunden, welche zu etwa gleichen Teilen von Siemens u. Halske in Berlin und von Felten u. Guilleaume in Köln fabriziert worden sind. Dieses unterirdische Leitungsnetz umfaßte am Ende des J. 1882 5471 km Linien mit rund 37 400 km Leitungen, wovon 29 742 Km in steter Benutzung waren, teils mit Hughes⸗, teils mit Morseapparaten, teils mit Telephonen. Frankreich hat erst 1880 mit Herstellung eines unterirdischen Netzes begonnen und besaß Ende 1883 2500 Kkm Hauptlinien in gußeisernen Röhren und 8000 km Nebenlinien mit Schutzdrähten, mit einer Gesamtdrahtlänge von 18 000 EKm. — Jedes K. +½ aus drei Teilen: dem Leiter, der Isolierhülle undd der Schutzhülle. Jeder mit einer isolierenden Schicht überkleidete Leiter wird eine Kabelader (ein überzogener Draht) genannt; die seilartige Verbindung mehrerer solcher Adern liefert eine Kabellitze. Als Material für den Leiter wird fast ausnahmslos möglichst chemisch reines und deshalb den Strom gut leitendes Kupfer genommen und zwar wird jeder Leiter gegenwärtig fast stets aus vier bis sieben Kupferdrähten von 0,6 bis O,? mm Dicke litzenförmig zusammengedreht, damit beim Reißen eines Drahts nicht die ganze Leitung versagt; einigen atlantischen K. hat man sogar eine 12drähtige Litze gegeben. Als isolierenden Stoff. benutzt man fast ausschließlich Guttapercha: Kautschuk isoliert zwar besser, ist aber im Wasser nicht so haltbar wie Guttapercha, welche wieder durch die Luft und Wärme verdirbt und brüchig wird. Teils zur Verbesserung der Isolierung, teils um die einzelnen (gewöhnlich drei bis vier) Schich-⸗1. ten Guttapercha zu vereinigen und fest aufeinander, sowie an den Drähten hastend zu machen, bringt man zwischen diese Lagen wie auch unmittelbar um die Drahtlitzen gewisse klebrige, aber ebenfalls iso— lierende Mischungen, von denen eine der gebräuch— lichsten das «Chatterton Compoundo (Guttapercha, Holzteer und Harz) ist. Je dicker der Leiter genommen werden muß, um so größer muß auch die Dicke der Isolierschicht genommen werden, wenn man denselben Isolationsgrad erreichen will; bei dem hohen Preise des Isolationsmaterials ist daher die Verwendung möglichst gut leitenden Kupfers so wichtig. Die Guttapercha muß sorgfältig gereinigt sein und soll die Kupferseele möglichst centrisch umschließen. Sehr sorgsam müssen die Verbindungen (Lötungen) zweier Adern zu einem längern Stück ausgeführt werden; es werden dabei die Drähte beider Drahtlitzen gereinigt und ohede mengelötet, jede Litze darauf zugeschärft und beide verlötet, mit feinem Bindedraht umwickelt, wieder verlötet, nochmals umwickelt und verlötet und endlich mit Compound und mit mehrern Lagen Guttapercha sorgsam überkleidet. Die so fertigen isolierten Drähte werden in fast paralleler Lage, nur wenig umeinander gewunden, mit geteertem Hanf umwickelt und zu einem Tau vereinigt. Gewöhnlich ordnet man zwei solche, in entgegengesetzten Rich— tungen aufgewickelte Manilahanflagen an. Zur Sicherung endlich des Taues gegen äußere Beschädigungen kommt über die Hanfumwickelung noch eine Lage starker Eisendrähte oder Drahtlitzen, oder auch, da selbst verzinktes Eisen vom Meerwasser angegriffen wird, Streifen von Kupferblech (nach Siemens). Das Erdkabel der Reichstelegraphen— verwaltung in seiner für die großen Linien angenommenen Bauart ist in Fig. 1 und 2 in Ansicht und im Querschnitt in ½ natürlicher Größe abgebildet. Die Seele des K. bilden sieben Guttaperchaadern Gi .. . G7, welche die Leiter LI ... L„ enthalten. Die mittelste Ader 6 ist in Fig. über die sie umgebenden sechs andern Adern vorragend gezeichnet, um die Bestandteile einzeln zu zeigen. Der Leiter ist eine aus sieben Kupferdrähten je von der Stärke des Drahtes 1 gebildete Litze und mit zwei Lagen Guttapercha isoliert, deren erste bei g sichtbar ist; die zweite hat einen Durchmesser von 6 mm. Um die einzelnen Adern voneinander unterscheiden zu können, sind 6 und 6² beim Umpressen der Guttapercha mit einer, beziehungsweise zwei feinen Längsmarken in Gestalt einer geringen Erhöhung des Isolationsmaterials versehen. Die übrigen außen liegenden Adern 63, 64, 65 und 63 werden in der Richtung, welche durch (r und 63 angegeben ist (vom Anfang des K. gegen das Ende hin gesehen in der Richtung, wie der Uhr— zeiger läuft), gezählt. Zwischen je zwei Adern liegt ein Jutefaden j der Länge nach, um den Zwischenraum auszufüllen, worauf dann die Umwickelung ißt, sind unter C aufzusuchen. mit Deiten J folgt. über diese ist die Schutzhülle 8, bestehend aus 20 je 3,75 mm starken verinkten mit gegen die Richtung der Jutefäden umgekehrt gerichtetem Drall aufgewunden, diese endlich wird von der Asphalthülle A bedeckt und bildet mit ihr das fertige K., dessen Stärke etwa 32,5 mm beträgt. Beim Überschreiten von Flüssen wurden die K. zum Schutz gegen Beschädigung durch die Schisssanker in gegliederte gußeiserne Muffen eingeschlossen. In der neuern Zeit wendet man zur Umhüllung bei Seekabeln häufig Stahldrähte an, welche selbst mit geteertem Hanf dicht bewickelt werden, oder auch man versieht das K. im ganzen mit einer äußern Hanfumspinnung, wodurch größere Sicherheit beim Reißen eines Umhüllungsdrahts erreicht wird. Der Durchmesser und die Anzahl der Leiter für ein K. sind sehr verschieden. Ersterer variiert etwa zwischen 2—6,5 em, letztere zwischen 1 und 6 Leitern; Tiefseekabel erhalten jetzt in der Regel nur einen Leiter. Mit dem Durchmesser steigt die bersü a aber auch das Gewicht. Man macht daer für Tiefseekabel die Eisendrahthülle so schwach, Fig. 4. Uferende des von Siemens Bro-Wabten ongkong und Shanghai (1871) darstellt. ährend Fabrilation muß die Isolierung und das Leitungsvermögen jedes einzelnen Kabelstücks sorgfältig geprüft werden; ähnlich beim Verlegen in die Erde und beim Versenken ins Meer, während dessen Verlauf man daher mit dem Lande in beständigem D8 die utto Verkehr durch das K. selbst bleibt. Da die Guttapercha in der Wärme leidet, so müssen die K. in den Zwischenpausen ihrer Fabrikation in großen, stets mit kaltem Wasser gefüllten eisernen Bassins ecender werden; ebenso werden sie auf den sie verlegenden Kabelschiffen in dunkeln und kühlen Räumen aufbewahrt. Beim Auslegen. des K. wird seine Geschwindigkeit durch Bremsen reguliert. Die richtigem Dur des Schiffs muß mit der des K. in u sehr de erhältnis stehen, damit weder das K. zu sehr gespannt wird, noch un2 viel von demselben abläuft. uch in der Feldtelegraphie kommen oft biegsame und leichte, dabei jedoch möglichst haltbare K. zur Verwendung, welche die Telegraphentruppe auf Trommeln mit sich führt, entweder auf besondern Karren oder, besonders für den Gebrauch im Gebirge, auf Packtieren. Bei der Benutzung werden diese K. einfach auf dem Erdboden ausgelegt, auf Wegen aber zum Schutz gegen Beschädigung durch die Wagenräder in einen seichten Graben eingebettet und mit Erde bedeckt. Solche Feldkabel erhalten vielfach einen siebendrähtigen Leiter mit zwei Guttaperchahüllen, darüber eine doppelte Lage von Hanffäden und endlich ein Geflecht aus solchen. Militärkabeln gibt man oft zwei Leiter, die als Hin⸗ und I dienen, oder auch man benutzt die äußere Stahlhülle als Rückleitung. So ist in einem äußerst leichten Siemensschen K., von dem ein feldmäßig ausgerüsteter Mann 1 km zu terund vermag, die sehr dünne siebendrähtige Kupferlitze mittels einer Schicht Guttapercha isoliert und mit Baumwolle besponnen; um diese sind die die Rückleitung bildenden acht Kupferdrähte gewunden, welche von einem feinen Geflecht aus sehr festem Hanfzwirn zusammengehalten und geschützt werden. Mitunter erhalten die Feldkabel eine aus Blechstreifen gebildete Schutzdecke. Die einzelnen Win—⸗ dungen der über die Jutedecke driappen si aufgewundenen Kupferblechstreifen überlappen sich gegenseitig halb und sind beim Bespinnen so kräftig gegeneinander gedrückt, daß sie sich ineinander eindrücken. Eine seitliche Verschiebung der einzelnen Lagen der Decke gegeneinander kann dabei nicht in weiterm Maße stattfinden, als zur Biegung in einem gewissen Radius notwendig ist. Auch bei andern technischen Verwendungen des elektrischen Stroms, namentlich zur Erzeugung elektrischen Lichts und für Kraftübertragung kommen Kabelleitungen vor. Diese K. schließen sich in ihrer Einrichtung den Telegraphenkabeln an, übertreffen sie aber häufig bedeutend bezüglich des Querschnitts des Leiters. So benutzt Edison für städtische Lichtanlagen K. mit zwei Kupferstäben von kreissegmentförmigem Querschnitt, welche mit Isoliermasse vergossen in schmiedeeisernen Röhren von 6 m Länge liegen; äußerlich sind die Röhren zum Schutz gegen Rosten mit geteertem Band bewickelt. Vgl. Rother, «Der Telegraphenbau » (4. Aufl., Berl. 1876); Schellen, «„Das atlantische K. » (Braunschw. 1867); derselbe, «Der elektromagnetische Telegraph v (6. Aufl., Braunschw. 1880): Galle, «Katechismus der elektrischen Telegraphie v (6. Aufl. von Zetzsche, Lpz. 1883); Russell, KThe Atlantic Telegrapho (Lond. 1866); Zetzsche, Handbuch der elektrischen Telegraphie » (Bd. 3, Berl. 1882); Zacharias, «Die elektrischen Leitungen und ihre Anlage (Wien, Pest, Lpz. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 947Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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