Brennus ist der Name oder vielmehr der Titel mehrerer gallischer Fürsten, der noch jetzt in dem kelt. Worte brennin, d. i. König, erhalten ist. Am bekanntesten ist der B. der Senonen, einer gallischen Völkerschaft in Oberitalien, der mit einem gewaltigen Heere 388 v. Chr. in das röm. Gebiet einfiel. Am Flusse Allia (s. d.) wurden die Römer 18. Juli änzlich geschlagen, und langsam rückte B. gegen Rom vor. Die Schätze und Heiligtümer waren unterdessen auf das Kapitol gerettet worden, wo sich auch die junge, in übrice Mannschaft festsetzte, während die meisten übrigen Einwohner flohen. Senatoren, welche lieber dem Tode sich weihen als das Vaterland verlassen wollten, fand B. in ihren weit offen stehenden Häusern in ihrer höchsten Ehrentracht auf curulischen Sesseln sitzend; sie wurden ermordet und die Stadt geplündert und verbrannt. Unterdessen sammelte sich im Rücken der Gallier wieder ein tüchtiges röm. Heer, während das belagerte Kapitol unter den damaligen obersten Beamten, den Konsulartribunen, einen Sturm der Gallier mit solchem Erfolge abschlug, daß diese von da einen offenen Angriff nicht mehr wagten, ihr Ziel vielmehr durch einen überfall zu erreichen suchten. B. ließ in einer Nacht die Felsen erklimmen, und schon waren einige Gallier oben angelangt, ohne daß die Wachen es bemerkt hatten, als die Gänse, welche im Tempel der nn gehalten wurden ein lautes Geschrei erhoben, wodurch Manlius (s. d.) erwachte, der die Besatzung aufrief und selbst die Gallier, welche am weitesten heraufgekommen waren, hinunterwarf oder tötete. Doch die Römer, von aller Zufuhr abgeschnitten, und B., in deffen Heere die Pest wütete, der langen Belagerung müde, entschlossen sich endlich zu einem Vergleiche. Gegen 1000 Pfd. Gold versprach B. umd Schon wurde das Gold abgewogen, und B. warf mit den sprichwörtlich gewordenen Worten: Lae victis! (Wehe den Besiegten!) eben noch sein Schwert in die Wagschale, als Camillus (. d.), der aus der Verbannung zurückgerufen und um Diktator ernannt war, mit dem röm. Heere herbeieilte die Gallier aus der Stadt jagte und aufrieb. In Wirklichkeit scheint jedoch ein Einfall der Veneter in das Gebiet der Senonen am Po den Abzug der Gallier veranlaßt zu haben, wie überhaupt diese Geschichte von Roms erstörung durch die Gallier und ihre Befreiung voll von Dichtungen sich erweist. Selbst die Thatsache, daß Rom von den Galliern nicht nur erobert, sondern auch zerstört und verbrannt wurde, ist neuerdings bestritten worden. Vgl. Thouret, aliber den gallischen Brando (Lpz. 1880). Ein anderer B. fiel mit einem großen gallischen Heere von 150000 Mann zu dnd und 20000 Reitern 279 v. Chr. in Griechen and ein. Er schlug den macedon. Feldherrn Sosthenes, durchzog Thessalien, drang, nachdem ein Sturm auf die Griechen im Engpaß von Thermopylä von diesen abgeschlagen war, über den Sta vor und rückte auf Delphi los, um den Tempel zu plündern. Aber es gelang dem kleinen griech. Heerhaufen, die Feinde zurückzutreiben, weil nach der Sage Apollo selbst sein Heiligtum wie einst gegen die pers. Barbaren, so jetzt gegen die keltischen beschützte. Erdbeben und ein furchtbares Gewitter verbreiteten Unheil und Schrecken in ihren Reihen. B. selbst ward schwer verwundet, und die Kelten mußten den Rückzug antreten, auf dem sie namentlich auch infolge des kalten stürmischen Wetters noch schwere Verluste erlitten. Das Original des Apollo von Belvedere soll aus Anlaß dieser Abwehr der Gallier rennweite heißt der Abstand des Brenn⸗ ++. (s. d.) von der Mitte des Brennglases oder rennspiegels. Bei einem Brennglase (Sammellinse), dessen beide Oberflächen gleiche Krümmungshalbmesser haben, ist die B. ungefähr dem Halbmesser jeder Kugelfläche gleich, wenn der Brechungsexponent der Glassorte, aus welcher die Linse besteht, nahezu ½ ist. Für stärkere Brechungsexponenten wird die B. bei . Form der Linsen kleiner, weshalb Edelsteinlinsen bei gleicher Gestalt doch eine geringere B. haben als Glaslinsen. Bei einem sphärischen Hohlspiegel ist sie (nach Porta, 1558) stets gleich dem halben Halbmesser der Kugel, von deren Oberfläche die Spiegelfläche ein Teil ist, welches auch der Stoff des Hohlspiegels sein mag. Die B. einer Linse oder eines Hohlspiegels bestimmt man praktisch einfach dadurch, daß man Sonnenstrahlen auf den ufallen oder die Linse parallel mit deren Achse au läßt (. Brennpunkt) und dann mit einem Maß⸗ * die Entfernung des Brennpunktes von der itte des Spiegels oder der Linse ermittelt.