Breuntford, Stadt in der engl. Grafschaft Middlesex, 11 Km im WSW. von London, links an der Themse, wo die Brent mündet, welche die Stadt halbiert, und an der Great-Westernbahn. Die Stadt hat (1881) 11808 E. und betreibt wichtige Seifenfabrikation, Destillationen, Holzschneiderei, Töpferei und Malzbereitung. Die großen Wasserwerke der Junction Comp. haben einen Schornstein von 46 m und einen Wasserturm von 69 m Höhe. der Nähe besiegte Edmund Ironsides 1016 den hänen Knut; am 10. Nov. 1642 bereiteten hier die Royalisten durch einen glücklichen überfall den londoner Regimentern des Parlamentsheeres große Verluste. Brentwood oder Burntwood, Stadt in der engl. Grafschaft Essex, 17 km im SW. von Chelmsford, auf einer Höhe gelegen, an der Great-Casternbahn, zählt (1881) 12015 E., welche Brauerei und Ziegelei betreiben und Vieh⸗ und Pferdemärkte halten. Die Stadt hat ein Irrenhaus und in einer 1221 erbauten Kirche eine lat. Schule. Brenz, ein 71 km langer linker Nebenfluß der Donau in Württemberg, welcher in 501 m Höhe in der Alb (Aalbuch) bei Seegarten, nahe bei der Kocherquelle, entspringt, und in 442m Höhe im SW. von 815.86 mündet; in sie ergießt sich die Lone. Kaum 15 Schritte von der Quelle treibt sie ein ansehnliches Hammerwerk und eine Viertelstunde weiter bei Igelberg ein Walzwerk. — An ihr liegt im württemb. Jagstkreise Oberamt Heidenheim, Dorf Brenz mit einem Schlosse und 813 E., welche Viehzucht, Weberei und Korbflechterei treiben. 98 au Weit ir schwäb. Reformator, geb. 24. Juni 1498 zu Weil in Schwaben, trat bereits im März 1518 in Heidelberg, wo er seit 1512 studierte, den reformatorischen Bestrebungen bei und wurde 1522 Prediger zu Schwäbisch-Hall, wo er die Kirchenverbesserung durchführte und bei der Einführung Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. der brandenb.⸗ansbachischen, nürnbergischen und württemb. Kirchenordnung mitwirkte. Im Bauernkrieg wandte er sich in ausführlicher Besprechung der 12 Artikel mit gleicher Entschiedenheit gegen die revolutionäre Erhebung der Bauern wie gegen die sträflichen Luangel. Aa der Obrigkeit, schrieb 1527 den ersten evangel. Katechismus: «Fragstück des christl. Glaubens für die Jugend zu Schwäbisch-Hallo, verteidigte gegen die Schweizer im «Syngramma suevicumo 1525 die substantielle Gegenwart des Leibes Christi im Abendmahl, wohnte der Disputation zwischen den schweiz. und deutschen Theologen zu Marburg 1529, den Vergleichsverhandlungen auf dem Reichstage zu Augsburg 1530, den Religionsgesprächen zu Worms 1540 und zu Regensburg 1546 bei. Vor dem Interim Karls V. und den span. Soldaten floh er aus Schwäbisch-Hall und irrte längere Zeit umher, bis ihn Herzog Christoph 1552 als Propst nach Stuttgart berief. Im März 1552 befand er sich in Trient zur Überabe eines von ihm verfertigten Bekenntnisses der ürttemberger (Confessio Würtembergica oder Suevica) sowie Einleitung von Verhandlungen mit dem Tridentinischen Konzil, als Moritz von Sachsen dasselbe auseinandersprengte. B. starb 11. Sept. 1570. Seine Werke sind (doch nicht vollständig) gesammelt in Brentii operas (8 Tle., Tüb. 1576 —90; Amsterd. 1666). Vgl. Hartmann und Jäger, Johann B., nach gedruckten und ungedruckten Quelleno (2 Bde., Hamb. 1840); Hartmann, Johann B., Leben und ausgewählte Schriften (Elberf. 1862)/, Pressel, Anecdota Brentianap (Tüb. 1868). Brenzlich oder empyreumatisch benannte man in der ältern Chemie und Pharmacie eine Anzahl von Substanzen, welche durch trockene Destillation vegetabilischer oder animalischer Stoffe gewonnen werden und durch eigentümlichen Geruch sowie durch dunkle Farbe charakterisiert sind. Brenzliche Essigsäure oder Holzessig z. B. ist bei der trockenen Destillation des Holzes gewonnene Essigsäure, die durch Teerbestandteile verunreinigt ist; ferner ist Brenz-Ammoniak das bei der trockenen Destillation von Knochen erhaltene kohlensaure Ammoniak, verunreinigt durch Tieröl u. s. w. Diese brenzlichen Stoffe haben gegenwärtig als solche keine chem. Bedeutung mehr; seitdem man gelernt hat, darin das Wesentliche vom Unwesentlichen zu scheiden, dienen sie nur noch als Rohmaterial für andere chem. Industrien. Brenzsäuren oder Pyrosäuren entstehen meist dann, wenn der Chemiker 1 5 unzersetzt destillier⸗ oder sublimierbare Säuren der Destillation oder Sublimation unterwirft. Die iu Wafrerstof. Säuren verlieren dabei einen Teil Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff in Form von Wasser und Kohlensäure. Doch treten auch noch weit kompliziertere Zersetzungen dabei ein. So entsteht aus der Weinsäure, je nachdem man sie verschieden stark erhitzt, Brenzweinsäure oder Brenztraubensäure. Durch Sublimieren der aus dem Tannin gewonnenen Gallussäure 1 man die Brenzgallus- oder Pyrogallussäure, die jetzt wegen ihrer Verwendung in der e brüuh ie als Reduktionsmittel der Silbersalze fabrikmäßig dargestellt wird. Eine andere B. ist die Oryphensäure oder das Defiilaton 5 welches als Produkt der trockenen Destillation vieler organischer Stoffe sich bildet. Die B. sind nicht zu verwechseln mit den bei der trockenen Destillation vieler Stoffe entstehenden, dem Destillat oft in kaum bestimmbar kleiner Menge beigemischten, starkriechenden, brenzlichen Stoffen. (S. Brenzlich.) ***