FeedCalderon (Don Serafin Estebanez)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Calderon (Don Serafin Estebanez), geschätzter neuerer span. Schriftsteller, geb. 1801 zu Malaga, zeichnete sich schon auf der Universität von Granada aus, wo er die Rechte studierte. Im J. 1822 wurde er Profesfor der ch die und Rhetorik zu Granada und erregte durch die Formgewandtheit mehrerer Gedichte, die er veröffentlichte, Aufmerksamkeit. ißt, sind unter K aufzusuchen. Bald darauf trat er die Advokatur in seiner Vaterstadt an, wurde aber deshalb den Musen nicht untreu; 1830 begab er sich nach Madrid und gab De anonym seine «Poesias del solitärio (2 Bde., Madr. 1833—40) heraus, die sehr beifällig aufgenommen wurden. Auch schrieb er für die 6 espanolaso, das einzige damals erscheinende litterarische Journal, mehrere Artikel über andalus. Sitten voll Wahrheit und Laune, die seinen Namen noch bekannter machten. Zu gleicher Zeit legte C. sich mit vielem Erfolge auf das Studium der arab. Sprache. Im Auftrage der Regierung schrieb er ein Lehrbuch der Staatsverwaltungsgrundsätze: „Principios de administraciono nach dem Französischen des J. C. Bonnin. Anfang 1834 wurde er Generalauditor bei der Nordarmee und 1836 Civilouverneur von Logrono. Als ein Sturz vom ferde ihn noch in demselben Jahre nötigte, zur iederherstellung seiner Gesundheit nach Madrid zu Kadrd beschäftigte er sich vorzühlich damit, eine vollständige Sammlung der immer seltener werdenden Schätze der altspan. Nationallitteratur, der handschriftlichen und gedruckten Cancioneros und „Romanceroso anzulegen und eine poetische Ausgabe derselben vorzubereiten, womit er Perds nicht um Abschluß Nanele ist. Auch schrieb er damals feine schöne Novelle „Cristianos y moriscos v im Geiste und Stil des Cervantes, gedruckt in der „Coleccion de novelas originales espanolas v (Madr. 1838). Zu Ende 1837 wurde er Civilgouverneur von Sevilla und zeichnete sich in dieser Stellung durch viele heilsame Neuerungen und Einrichtungen, durch Gründung von Malerschulen, Museen u. s. w. aus, mußte aber infolge des Aufstandes im Nov. 1838 flüchten und sich ins Privatleben as im Nus das er nicht wieder verlassen hat und das ihm Muße gewährte, sich mit ganzer Kraft den Wissenschaften und der Dichtkunst zu widmen. daturder hat C. schätzbare Studien über die Litteratur der Morisken gemacht, über die er eine Studie: „Literatura de los Moriscos o, veröffentlicht hat. Hervorzuheben sind auch seine geistvollen EScenas Andaluzas por el Solitarioos (Madr. 1847). In den letzten Jahren seines Lebens (1860 —67) hatte er mit einem andern bedeutenden span. Gelehrten, der auch ein leidenschaftlicher Bibliophile wie er selbst war, mit Bartolomé José Gallardo, einen ziemlich heftigen litterarischen Streit in Betreff der berühmten, fälschlich Cervantes zugeschriebenen, von A. de Castro wiedergefundenen Flugschrift EI Buscapiev. Die Tribunale, bis zu welchen der Streit drang, entschieden sich durchaus für C. und gegen Gallardo, den sie aus Madrid verwiesen. C. starb 7. Febr. 1867. Er hinterließ ein bisjetzt ungedrucktes, jedoch vollendetes Werk Expediciones y aventuras de los espanholes en Africap. Nach seinem Tode hat die span. Regierung seine bedeutende Bibliothek angekauft und dem schon reichen Bestande der Biblioteca Nacional de Madrid einverleibt. Eugenio de Ochoa gibt Bruchstücke aus C.s Werken in seiner „Biblioteca de escritores espanoles contemporaneoso (Bd. 1, Par. 1840).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 835Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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