Canovas del Castillo (Don ntonio), span. Staatsmann, geb. 8. 1010 1828 zu Malaga, studierte in Madrid Philosophie und Jurispruden „ gewann sich zuerst einen Namen durch seine Dichtungen, deren Hauptvorzüge ein konziser Stil, treffender Ausdru un gluhende Vaterlandsliebe sind, veröffentlichte ½ neben journalistischen Arbeiten Aunng und belletristische Schriften, die ihm 1860 die Aufnahme in die Akademie der Geschichte, 1867 in die Spanische Akademie omnese Er verfaßte 1854 das liberale ODonnell'sche Programm von Manzanares. Von Malaga in die Cortes gewählt itern er 1854 eine 557060 auswärtigen Ministerium, war 1855—57 Geschäftsträger in Rom, wurde 1864 Minister des Innern, vertauschte aber bald dieses Portefeuille mit demjenigen der Kolonien. Er wurde 1868 durch Narvaez und Gonzalez Bravo verbannt, bekämpfte dann, wieder zurückgekehrt, in den Konstituierenden Cortes die demokratische Verfa 10 0 von 1869, bekannte sich im Juni 1870 für die bourbonische Restauration unter Alfons XII. und war fortan die Seele der ganzen Restaurationsbewegung. Nach dem Pronunciamento von Martinez Campos in Sagunto übernahm er 31. Dez. 1874 das Präsidium des Regentschaftsministeriums für Alfons, blieb auch nach der Thronbesteigung des Königs in dem sog. Versöhnungsministerium an der Spitze des Kabinetts, trat aber im September 1875 zurück, weil er ßt, sind unter K aufzusuchen. die der röm. Kurie gemachte Zusage auf Wiederherstellung des Konkordats von 1851 nicht erfüllen konnte. Aber schon 2. Dez. 1875 übernahm er wieder die Präsidentschaft, nachdem inzwischen Jovellar erreicht hatte, daß die Kurie in eine wenn auch beschränkte Kultusfreiheit willigte. C. beendigte den zweiten karlistischen Bürgerkrieg und dann den Aufstand in Cuba durch den General Martinez Campos. Dort hatte dieser den Vertrag von Zanjon geschlossen, welcher den Insurgenten sehr weitgehende Zugeständnisse machte. Als Martinez burC n fortuhr, sich allzu nachgiebig zu zeigen, berief C. ihn zurück, und riet dem König, ihn an die Spitze des Kabinetts zu stellen, worauf C. selbst im März 1879 zurücktrat. Als der Aufstand in Cuba zum zweiten mal ausbrach und im Schoße des Ministeriums Meinungsverschiedenheiten auftauchten, gab Martinez Campos seine Entlassung, und C. trat 10. Dez. 1879 von neuem an die Spitze der Regierung. beendigte mit dem General Blanco den Aufstand in Cuba zum 2346 mal; allein infolge der mehr und 5 zu Tage tretenden reaktionären Neigung seines Ministeriums wurde C. von Martinez Camos und Sagasta heftig angegriffen, und gab im Febr. 1881 seine Entlassung, worauf das Ministerium Sagasta ans Ruder kam. Die nächste Veranden W zu seinem Rücktritt war seine Weigerung, dem Wunsche des Königs, welcher seiner Tochter den Titel «Prinzessin von Asturieno erteilen wollte, zu willfahren. Bei den Neuwahlen desselben Jahres ward C. von Madrid in die Cortes gewählt, wo er als erklärter Führer der akonservativ-liberalen Parteis und als eminenter Redner die erste Stelle in der Opposition gegen Sagastas Regierung einnimmt. Die Bourbonen danken keinem mehr als ihm die Zurückberufung Alfonsos und die Konsolidierung seines Throns. Als Litterat und Historiker, neuerdings auch als Präsident des Athenäums, nimmt C. in der span. Gelehrtenwelt eine der ersten Stellen ein.