FeedCallistemon
PflanzenreichBrockhaus 1882

Callistemon, ein von Rob. Brown nach der Schönheit der her ants de benannte Gattung neuholländ. Sträucher aus der Familie der Myrtengewächse. Ihre Arten, sämtlich sehr schön blühende Gewächse, haben abwechselnd gestellte, schmale, oft nadelförmige, immergrüne Blätter und von den Zweigen durchwachsene, daher dieselben scheidenförmig umgebende walzige hren, deren Blüten aus einem halbkugeligen, stehen bleibenden Kelche, unf im Kelchschlunde eingefügten Blumenblättern, lehr vielen langen, weit herausstehenden Staubgefäßen und einem Pistill bestehen, dessen unterständiger Fruchtknoten sich in eine drei⸗ bis fünffächerige, vielsamige am Scheitel aufspringende Kapsel verwandelt. Biele Arten sind zu beliebten Zierpflanzen geworden, z. B. C. Ianceolatum DC. mit purpurroten, C. speciosum DOC. mit karmesinroten, C. lineare D0. mit scharlachroten Blumen. Sie lassen sich leicht im Kalthaus überwintern und durch Ableger vermehren. Während des Sommers verlangen sie einen etwas schattigen Standort. Oallitris, eine von Ventenat benannte Gattung der Nadelhölzer, von welcher nur wenige Arten bekannt sind; die wichtigste ist die in Nordafrika, namentlich am Atlasgebirge vorkommende Art, C. quadrivalvis Vent., der Sandarakbaum. Es ist ein kleiner, bis 6,5 m hoch werdender, sehr ästiger Baum mit zusammengedrückten gegliederten Zweigen an welchen ganz kurze, spitze Schuppenblätter dicht gedrängt in vier Reihen sitzen, und mit kleinen, vierklappigen, sechssamigen Zapfen. Er sieht einem Lebensbaum (Thuja) nicht unähnlich, weshalb er auch von Desfontaines zu dieser Gattung gerechnet wurde (Thuja articulata Desy,.). Aus seiner Rinde fließt ein balsamisches Harz, welches unter dem Namen Sandarak in länglichen, spröden, blaßgelblichen, außen weißlich bestäubten, im Bruche glasglänzenden und durchsichtigen Stücken in den Handel kommt, sich in Alkohol leicht auflöst und teils zur Bereitung eines hellen Weingeistfirnisses, teils zu Pflastern, Salben, Räucher⸗ und Radierpulvern benutzt wird. Auch von einer austral. Art, der C. Preissii Miq. ist neuerdings das Harz als Sandarak in den Handel gebracht worden und findet dieselbe Verwendung, wie das von C. quadrivalvis. Von C. quadrivalvis wird das Holz wegen seiner Dauerhaftigkeit und seines schönen Aussehens als Bauholz und zu Möbeln verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 848Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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