FeedCelastrincen (Celastrinsae)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Celastrincen (Celastrinsae), Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen; besteht aus Bäumen und Sträuchern, die über den ganzen Erdtreis mit Ausnahme der kältern Gegenden verbreitet sind. Sie haben meist lederartige, immer einfache, manchmal gelappte Blätter und gewöhnlich zwitterige Blüten, mit einem vier-bis fünfteiligen Kelch, vier bis fünf Blumenblättern, drei bis fünf Staubgefäßen, einen drei⸗ bis fünffächerigen Fruchtknoten und einen Griffel. Die Frucht ist entweder eine Kapsel oder eine Beere, bisweilen auch eine Steinfrucht. Einige Arten der C. sind Kletterpflanzen. OCelastrus L., Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Celastrineen, besteht aus meist kletternden Sträuchern mit abwechselnden, anzen, ganzrandigen oder gezähnten, immergrünen Blättern, welche vorzugsweise in der tropischen und subtropischen Zone beider Hemisphären, besonders aber auf den Bergen Indiens, Chinas und Japans und nur zum kleinsten Teile in der gemäßigten Zone wachsen. Ihre stets weißen Blüten stehen in achselständigen Trauben, Trugdolden und Rispen und sind meist klein. Sie besitzen einen kleinen, fünflappigen Kelch und fünf genagelte, sternsormig ausgebreitete Blumenblätter; ihre Frucht ist eine eckige, fleischige, zwei⸗ bis dreifächerige und ebenso vielsamige Kapsel. Eine in Canada heimische Art, C. scandens I., mit kletternden, schlingenden Stämmen und Asten, wird bei uns, wo sie im Freien aushält, hin und wieder als Merkwürdigkeit angebaut, weil sie mit ihren schlingenden Stämmen einen eigenen Anblick gewährt. In ihre Vaterlande umschlingt und erstickt sie durch ihre festen, zusammenschnürenden Umarmungen die dicksten Baumstämme. Ihre Rinde wirkt brechenerregend. Die Rinde von C. senegalensis Lamit. aus dem tropischen Afrika schmeckt bitter-zusammenziehend und wirkt purgierend. Die meisten Arten gedeihen in Deutschland nur im warmen oder temperierten Hause.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 101Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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