FeedCape-Breton (Kap Breton)
ErdkundeBrockhaus 1882

Cape-Breton (Kap Breton), brit.⸗amerik. Insel, am Eingange des St. Lorenzbusens gelegen und zur Provinz Neuschottland (der Dominion of Canada) gehörig, ist von dieser, mit der sie in den geognost. und sonstigen physischen Verhältnissen die rößte Übereinstimmung zeigt, durch den Canso-Sund getrennt. Durch einen von NO. nach SWé tief einschneidenden und sich im Innern zu einem Bassin ausbreitenden Golf, den Bras d'Or, zerfällt die etwa 160 km lange, 135 km breite und 10397 km 4 Lan Insel in zwei, nur durch einen schmalen trich Landes verbundene Abteilungen. Die Küsten, meist Steilküsten, sind namentlich im westl. eile tief von Buchten zerrissen. Auch der innere Golf, welcher durch den 1005 Kleinen Bras d'Or mit dem Meere zusammenhängt, ist durch unzählige größere und kleinere Buchten eingezahnt und macht die Insel, die Überhaupt reich an schönen Häfen ist, für die Schiffahrt sehr zugänglich. Doch ist sie stark dem Einfluß der Eismassen ausgesetzt, die im Frühjahr aus dem nördl. Golf von St. Lorenz in den Utlantischen Ocean treiben. Das Klima ist gesund und kräftigend und ziemlich frei von epidemischen Krankheiten. In den dhr und die Strichen, namentlich um den Bras d Or und die Ufer der zahlreichen, von Süßwasserfischen wimmelnden Flüßchen gedeihen alle und Schufe Großbritanniens. Weiden für Rinder und Schafe sind reichlich vorhanden. An Mineralien bietet C. Granit, Gips, reiches Eisenerz und namentlich viel Steinkohlen u. s. w. Die Förderung und der Vertrieb der Kohlen sowie, neben etwas Schiffbau und Holzhandel, besonders der Fischfang (Kabeljau) bilden die Haupterwerbsquelle der (1871) 75483 E. Abgerechnet eine kleine Anzahl siht die Reste des Stammes der Mic-Macs, besteht die Bevölkerung aus den Nachkömmlingen der ersten franz. Ansiedler sowie der später eingewanderten Hochschotten und Briten. Die Hauptstadt Sydney an einem tiefen Hafen der Ostküste in einem für den Ackerbau wohlgeeigneten Distrikt und sehr günstig für die Seefischerei geleen, zählt 2900 E. Die frühere bedeutende Haupttadt Louisbourg liegt jetzt gänzlich in Ruinen. Auf der im Süden von C. liegenden, vornehmlich ivon Acadiern Arichat, Isle Madame liegt )die Hafenstadt Arichat, ein wichtiger Handelsplatz, der besonders Schiffbau treibt und Fische erportiert. An der nackten Felseninsel Saint-Paul, der Nordspitze C.s gegenüber gelegen, finden viele Schiffbrüche statt. Früher war C. durch seine strategisch wichtige Lage als Schlüssel zu den Ländern des Lorenzbeckens Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit der franz. Regierung. Dieselbe 199 5 daselbst 1712 eine Kolonie, die an Wohlstand rasch zunahm, und nannte die Insel Ile [Royale. Am 26. Juli 1755 wurde jedoch von den Engländern die starke Festung Louisbourg erobert und gänzlich zerstört. Im Frieden von 1763 kam C. an England, welches 1784 hier ein eigenes Gouvernement errichtete, das aber seit 1819 mit dem von Neuschottland vereinigt ist. Die ist in vier Grafschaften geteilt und huns Baf itglieder in das canad. Abgeordnetenhaus. Vgl. Brown, 1869); 871.— „Coal-fields of Cape-Bretono (Lond. 1871).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 922Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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