Capecelatro (Alfonso), ital. Schriftsteller, geb. 5. Febr. 1824 in Marseille, studierte zu Neapel und trat Forit 1840 in den Orden der Oratorianer, deren Vorsteher er seit 1866 ist. Leo XIII. ernannte ihn zu seinem Hofprälaten und zu seinem Nachfolger als Oberbibliothekar der Vaticana, 1879 zum Erzbischof von Capua. Außer einer großen Anzahl von Schriften religiösen und moralischen Inhalts (darunter ein Leben Jesuo in 2 Bänden, als Gegenschrift gegen Renan), welche seinen Namen in den klerikalen Kreisen Italiens sehr populär machten, hat sich C. durch folgende Werke bekannt 801 macht: «Storia di Santa Caterina da Siena e del papato del suo tempon (2 Bde., Neap. 1856; 3. Aufl., Flor. 1863; deutsch von Conrad, 4 Lief., Würzb. 1873—74), «Storia di San Pier Damiano e del suo tempop (2 Bde., Flor. 1872), La vita di Filippo Nerio (2 Bde., Map. 1880), La dottrina cattolica (2. Aufl., 3 Bde., Siena 1880).— C.s Nichte, Enrichetta C., geb. 1863 zu Turin, hat sich als Jugendschriftstellerin, sowie durch Arbeiten über Dante bereits einen Namen erworben. Cape-Coast-Castle (spr. Kehp-Kohst-Kahsl), Fort und Hauptniederlassung der Engländer auf der Goldküste in Oberguinea und Sitz des Gouverneurs, ist auf einem schwarzen, bis an das wildbrandende Meer reichenden Gneisfelsen aus lufttrockenen, weichen Erdsteinen erbaut. Das Aam ist ein imposantes Bauwerk mit 60—80 anonen, in dessen Mitte sich ein hoher Turm mit der brit. Flagge erhebt, um den sich Mauern, Zinnen und Türme von jeder Größe und Gestalt gruppieren. Es hat etwa 300 schwarze Soldaten unter europ. Offizieren. Hinter dem Fort und vom Meere her nicht sichtbar, liegt die Stadt der Weißen auf höherm Grunde, und 400 m weiter liegt auf einem konischen Hügel das Fort William mit dem Leuchtturme; westlicher, auf ähnlichem Hügel das Fort Victoria, beide aus Ziegeln erbaut. In der Stadt Cape-Coast erhebt sich hier und da zwischen den schmutzigen Hütten der Eingeborenen ein aus Stein gebautes großes Gebäude, namentlich das hübsche Gouvernementshaus, das große Gotische Haus, jetzt Post⸗ und Kolonialamt, nißt, sind unter K aufzusuchen. das Militärhospital, das Palmhaus, die Häuser der drei Kaufmannsfirmen, in deren Händen sich hier der ganze Handel befindet, und der Justizpavillon. Viele Häuser in der Stadt haben Gärten und kleine Orangenhaine. Die Zahl der er, Mur soll 16000 betragen; sie sind Fantis-Neger, Mulatten und in geringer Zahl Europäer. Von C. aus wird ein 1 eträchtlicher Handel seewärts mit Palmöl, Elfenbein und Gold, landeinwärts mit europ. Waren bis zum Niger und Sokoto getrieben. Das von den ertuniefen an der von diesen schon 1471 entdeckten Küste (Costa del Oro) erbaute und als Sklavenzwinger benutzte Fort Cabo-Corso, welches 1641 die Holländer nahmen, haben 1664 die Engländer eingenommen. Letztere haben die ihnen im Frieden von Breda 1665 überlassene Besitzung sowohl gegen die Angriffe der Franzosen 1757 als auch gegen die Aschanti (1822-24) behauptet. Seit 1672 befand sich C. in den Händen mehrerer brit.⸗afrik. Kompagnien, bis es 1844 ganz von der brit. Regierung übernommen ward, welche die Stadt zum Sitz der Regierung für alle engl. Niederlassungen an der Goldküste erhob. Da der Ort für die Europäer ein + schädliches Klima hat, ist 1876 der Sitz der engl. Etablissements an der oldküste nach Alkra verlegt worden.