Carolus-Dollar, Carolus-Piaster nennt man das span. Silbermünzstück zu 1 Peso duro, Peso fuerté oder Piaster (s. d.) aus der Zeit Karls III. (1759 —88) und Karls IV. (1788.— 1808). Die Beständigkeit der die Am und des Gewichts des span. Piasters und die Ausdehnung der ehemaligen span. Handelsunternehmungen haben jene Piaster überaus weithin verbreitet und sie sind die beliebteste Münze im größten Teile Ostindiens, in China und Japan geblieben. Am meisten verbreitet und am gesuchtesten sind von den C.s die Stücke von Karl IV., und unter diesen sind wieder jene besonders die hist die im Gepräge die Zahl vier, welche die histor. Stelle des 15 nannten Königs unter den span. Regenten gleichen Namens angibt, in vier einzelnen Strichen enthalten (Carolus IIII). In Abessinien, Kordofän und in ganz Nordafrika nimmt man nur Piaster genau von dem ebengedachten Gepräge an, und die Araber nennen das betreffende Münzstück Ahu-arba, d. h. Vater der vier; in China sind die Piaster des nämlichen Geprägs schon um 10, 20, 30 und selbst 40 Proz. höher gewürdigt worden, als gleichwerte andere Piaster jenes Königs. Bei der Unzulänglichkeit des Vorrats an originalen Stücken dieser Art wurden solche, da die span. Regierung auf eine Neumünzung derfelben nicht hat eingehen wollen, seit vielen Jahren im Auslande (namentlich in Marseille) ganz nach den innern Normen und mit den Prägezeichen der echten Exemplare von Privatunternehmern nachgeprägt, um nach China gesandt zu werden. Die Ferdinand-Dollars (Piaster von Ferdinand VII.) haben einen ungleich kleinern Umlaufsbezirk; hauptsächlich cirkulieren sie stark auf Eet dann auch in Singapore, in China u. s. w. eit etwa 1860 werden in China die C.s nicht mehr bevorzugt. In einigen Ländern, namentlich in China und Japan, haben bei der unehmenden Seltenheit und Teuerung der span. Piaster überhaupt die mexik. Piaster oder merik. Dollars, d. h. die seit der Losreißung Mexikos von der span. „Herrschaft im letztern Lande geprägten Piasterstücke, rmißt, sind unter K aufzusuchen. welche gesetznäßig in den innern Ausmünzungsverhältnissen den spanischen gleich sind, diese ersetzt. Nach Berichten aus Shanghai galt jedoch in China noch im Jahre 1876 der C. 8 Proz. mehr als der mexik. Piaster neuern Geprägs. aron (Augustin Joseph), ein Opfer der franz. Restaurationspolitik, geb. 1774, trat 1789 in die franz. Armee und wurde bei der Restauration der Bourbons als Kavallerieoberst verabschiedet. Im Elsaß ließ er sich in ein Militärkomplott verwickeln, das entdeckt und 1821 vor der Pairskammer verhandelt wurde. Auf die Verteidigung Barthes ward er freigesprochen. Doch 1. Jan. 1822 wurde zu Belfort eine neue Verschwörung entdeckt, und unter den zu Colmar verhafteten befand sich ein Waffengenosse und Freund C.s, der Oberst Pailhez. C. verschwieg den daselbst befindlichen Truppen nicht, daß er gern seinen Freund durch Gewalt befreien möchte. Infolge dessen wurden eine Anzahl Unteroffiziere und Gemeine angewiesen, sich den Anschein zu geben, als wollten sie C. bei diesem Unternehmen unterstützen, und als derselbe zauderte, zwangen sie ihn, die Pistolen in der Hand und unter dem Vorwurfe, daß er sie kompromittiert habe, 22. Juli 1822 die Fahne des Aufruhrs in der Umgegend zu erheben. Am folgenden Tage aber warfen die Soldaten die Maske ab, beschimpften, mißhandelten und banden C. und führten ihn nach Colmar zurück. Jeder Teilnehmer an dieser Handlung empfing eine Belohnung von 1500 Frs., und die Unteroffiziere wurden zu Lieutenants erhoben. C. aber wurde durch ein Kriegsgericht verurteilt und 13. Sept. 1822 zu Straßburg erschossen.