FeedCarroceio
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Carroceio (Diminutiv des ital. carro, Wagen), Fahnenwagen, trug bei den Heeren der italienischen Kommunen des spätern Mittelalters (von 1100 ab) das Hauptbanner der Stadt, galt 8 wissermaßen als Hauptquartier, von wo alle Be fehle und Kriegszeichen ausgingen. Der C. stellte das Palladium der Stadt vor, und sein Verlust galt als großes Unglück. Er bestand aus einem großen vierräderigen Wagen, von weißen oder roten Ochsen gezogen. In der Mitte befand sich ein leicht niederzulegender Mastbaum, dessen Spitze ein Kreuz oder eine heilbringende Figur trug und an dem das Stadtbanner wie ein großes Segel befestigt war. Eine Schar ausgewählter Krieger und ein Priester bildeten das Geleit. Als Karrasche verbreitete sich die C. auch nach Deutschland. Vgl. Jähns, «Geschichte des Kriegswesenso (Berl. 1880). ((. d.) in Schottland.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 20Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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