Childerich, drei Frankenkönige aus dem Geschlecht der Merovinger. C. I., Sohn des Merowig, war König eines Teils der salischen Franken etwa seit 457. Der Sage nach wurde er am Anfange seiner Regierung zeitweise vertrieben. Zurückberufen erscheint er seit 463 als Freund der Römer, welche sich noch um Soissons und Paris hielten, und unterstützte sie im Kampfe gegen Westgoten, Alamannen und die vom Meere her angreifenden Sachsen. Seine eigene Herrschaft aber hat sich, als er 481 starb, wohl kaum über die Somme erstreckt. Auf dem von ihm begründeten freundlichen Verhältnisse zu Römern und Christen baute sein Sohn Chlodwig (s. d.) das große Reich der Franken mißt, sind unter K aufzusuchen. auf. Vgl. Junghans, Geschichte der fränk. Könige C. und Chlodowech' (Gött. 1857). Im J. 1653 wurde C.s Grab in Tournai entdeckt. Man fand in demselben unter anderm seinen Siegelring und viele goldene Bienen, mit welchen wohl sein Mantel besetzt gewesen war. In Nachahmung C.s nahm auch Napoleon I. solche zu Emblemen seines Kaisertums. Vgl. Chiflet, «Anastasis Childerici I5 (Antw. 1655); Cochet, Tombeau de Childerico (Par. 1859). — C. II., Sohn Chlodwigs II. und Bruder Chlothars III., der ihm 660 Austrasien überließ. Nach dem Tode des letztern 670 vereinigte er das ganze Frankenreich, wurde aber schon 673 ermordet. — C. III. soll Mönch unter dem Namen Daniel gewesen sein, bevor ihn Karlmann und Pipin, die Söhne Karl Martells, März 743 auf den Thron erhoben, weil sie des königl. Namens gegen ihre Gegner bedurften. Er führte ein bloßes Schattendasein und die Thronbesteigung Pipins selbst 752 brachte ihn (und seine Kinder) wiederum ins Kloster. Mit ihm endete das Königshaus der Merovinger.