Chlothar, mehrere Könige der Franken aus dem Geschlechte der Merovinger. — C. I., Sohn des merovingischen Frankenkönigs Chlodwig I. und der Burgunderin Chlothilde, geb. 497, erhielt bei der Teilung des Frankenreichs nach dem Tode Chlodwigs 511 ein Stück von Neustrien mit Soissons. Dieses Königreich vergrößerte er durch die in Gemeinschaft mit seinen Brüdern unternommene Eroberung von Burgund 534 und Provence 536. Das allmähliche Wegsterben der Brüder und zum Teil die Beseitigung ihrer Kinder brachte bis 558 die Anteile derselben in seine Hand, sodaß das Reich des Vaters wieder vereinigt wurde, nachdem es inzwischen außer durch die genannten Länder auch noch durch Thüringen vergrößert worden war. Doch wurde es bei seinem Tode 561 wieder unter seine Söhne SiegbertJ. (Austrasien), Chilperich I. (Soissons), Charibert J. (Paris) und Guntram (Burgund) geteilt. Seine zweite Gemahlin ward 538 die heil. Radegund, Tochter des letzten thüringer Königs Berthar; 544 ging sie nach Poitiers ins Kloster. — C. II., Sohn des fränk. Königs Chilperich J. von Soissons und der Westgotin Fredegunde, geb. 584 im Todesjahre des Vaters, daher unter der Leitung der Mutter, welche sich und das Recht des Rederl gewaltthätig, aber tapfer gegen die Angriffe der haßerfüllten Brunehilde von Austrasien verteidigte und 597 im Vollbesitze der Macht starb. Der Kampf der beiden merovingischen Linien endete erst 613, als die Großen Austrasiens, der unaufhörlichen Kriege uberdrüssig, auf einem Feldzuge Brunehildens gegen C. zu diesem übergingen und sie in dessen Gewalt gaben. Er ließ die Greisin zu Tode schleifen und ihre Urenkel, in deren Namen sie zuletzt Austrasien und Burgund zu regieren versucht hatte, umbringen. So wurde das Frankenreich zum zweitenmal vereinigt und ist es auch ferner in der Regel geblieben, nur daß die Könige, wie es C. II. zuerst 622 mit seinem Sohne Dagobert J. that, schon bei Lebzeiten öfters den ältesten Söhnen Austrasien zuwiesen. — C. III., König des gesamten Frankenreichs 656 als Sohn Chlodwigs II. und der angelsächs. Sklavin Balthilde, trat 660 Austrasien seinem jungen Bruder Childerich II. ab und starb 670.