FeedChinierte Stoffe
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Chinierte Stoffe (frz. étoffes chinées, engl. clouded materials), aus verschiedenem Material leinwandartig gewebte Stoffe, deren geflammte Muster auf mehrerlei Art hergestellt sein können. Bei den eigentlichen chinierten Stoffen sind größere isolierte Flammen, vielmehr länglich geformte Flecke mit schwach abgegrenzten, gleichsam verwaschenen Enden, dadurch erzeugt, daß die gescherte Kette vor dem Aufbäumen (s. Weberei) stellenweise gefärbt, oder, wenn es sich um die Erzeugung regelmäßiger Figuren (Blumen, Rosetten u. s. w.) —— nach dem Aufbäumen mittels hölzerner zormen, ähnlich denjenigen für den Kattundruck, mit den entsprechenden Farben bedruckt, auch wohl mittels Schablonen bemalt wird. Bei den chinierten Stoffen im weitern Sinn werden feingeflammte (melierte) Muster gewöhnlich in der Art hergestellt, daß entweder jeder Kettenfaden aus zwei verschiedenfarbigen Fäden mit schwacher Drehung gezwirnt, als Einschlag dagegen ein einfacher Faden von einer dritten Farbe verwendet, oder umgekehrt ein einfarbiger Kettenfaden mit zwei lose gezwirnten, verschiedenfarbigen Einschlagfäden verarbeitet wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 304Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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