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PflanzenreichBrockhaus 1882

Chinesisches Wachs oder chinesischer Talg, ein Produkt des Talgbaums, Stillinga sebifera, welcher in China teils wild wächst, teils kultiviert wird. Er gedeiht ebenso gut im Alluvium des Flachlandes, wie auf dem Boden des Granitgebirges, man hat ihn daher mit Erfolg in die verschiedensten Gegenden, nach Florida, Carolina, nach Brasilien, Ostindien und nach Algier verpflanzt. Die im November oder Dezember gesammelten, haselnußgroßen, schwarzen Samen sind von einer harten, weißen Wachsschicht umhüllt. Um diese zu gewinnen, werden die Samen in Mörsern zerstampft, um die Fruchthüllen entfernen zu können, darauf mittels Wasserdampf erwärmt und heiß gepreßt, wobei das Wachs im halbgeschmolzenen Zustande abfließt. Nach dem Erkalten wird es dteilen zu Berte um es von beigemengten Samenteilen zu befreien, und dann in Blöcke von 40 —50 kg Gewicht gegossen, in welcher Form es in den Handel kommt. Das Chinesische Wachs ist hart, außen rötlich gefärbt, die innere Masse matt weiß, geruch- und geschmacklos, schmilzt bei 40. Nach Untersuchungen von Brodie wird es von wässerigen Alkalien wenig angegriffen, beim Schmelzen mit Kalihydrat liefert es Cerotinsäure seine Hauptmasse besteht daher aus Cerotinsäure-Ceryläther. Da letzterer aber im reinen Zustande erst bei 82 schmilzt, so muß in dem Chinesischen Wachs ein anderer Körper enthalten Rout welcher erheblich erniedrigend auf den Schmelzpunkt wirkt, und es ist daher wahrscheinlich, daß man es im Chinesischen Wachs mit einem Gemenge eines vegetabilischen Wachses und Talges zu thun habe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 304Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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