FeedChoreographie
Sport & SpielBrockhaus 1882

Choreographie oder Choregraphie (grch. die Tanzkunst) ist die Kunst, den Tanz und die Tanzschritte aufzuzeichnen und über oder unter jede Note der Melodie die Bewegungen und Pas des Tanzes zu schreiben. Die Erfindung dieser Kunst, die schon im Altertum bekannt gewesen sein soll, dann aber verloren gegangen ist, wird gewöhnlich Thoinot Arbeau, Domherrn von Langres, zugeschrieben, der 1588 ein Werk unter dem Titel «Orchesographiev herausgab. Doch geht aus einem weit früher geschriebenen Manuskript: Le livre des basses danseso, welches aus dem Besitz Margaretens von Ssterreich, Herzogin von Savoyen und Tochter Philipps des Schönen, in die Bibliothek de Bourgogne zu Brüssel übergegangen ist, hervor, daß diese Kunst schon vollständig bekannt und Arbeau sich einer seiner Zeit geläufigen Art und Weise bediente, die Tänze aufzuschreiben. Beauchamps vervollkommnete die Kunst der Tanzfixierung durch die Erfindung einer Reihenfolge von Zeichen, die selbständig und nur mit Hinweisung auf die Takte der Musik den Tanz darstellten. Val. Feuillet, «Chorégraphie ou l'art d'écrire la danse par caractères, figures et signes demonstratifso (Par. 1700; deutsch in Tauberts «Rechtschaffenem Tanzmeisterv, Lpz. 1717); Saint-Leéon, «Sténochorégraphie ou art d'écrire promptement la dansen (Par. 1852).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 344Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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