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ErdkundeBrockhaus 1882

Congo hieß früher das ganze jetzige Süd⸗ oder Niederguinea samt den nördlich anstoßenden Ländern Cacongo und Loango, also das Land des ausgedehnten Stammes der Bundavölker, welche alle dieselbe durch Wohlklang und Vokalreichtum mißt, sind unter K aufzusuchen. der detden Su Sprache reden und das Hauptglied der beiden Südafrika beherrschenden Sprachstämme bilden. Im engern Sinne ist C. der Name des einst berühmten, zu jener Bundagruppe gehörigen Volks der Congo-Neger oder Congesen. C., in diesem engern Sinne, reicht im Innern von 6 bis 7 südl. Br. und von 32 bis 33½ östl. L. (von Ferro); das ganze Gebiet gehört dem im Innern aufsteigenden Terrassenland an. Der Küstenstrich ist flach, von vielen Flüssen durchschnitten und nur an deren Ufern vegetationsreich, im übrigen kahl, sehr heiß und von wilden Tieren, Krokodilen, Schlangen und Ungeziefer erfüllt. Die Küste nehmen zum Teil Mangrovewälder ein. Die höher gelegene Mittelterrasse, auf welcher einige Berge durch den Namen Montes Queimados oder Abrasados, d. h. verbrannte Berge, auf einen vulkanischen Ursprung deuten, hat gemäßigteres Klima und zeigt sich unemein fruchtbar (Olpalmen, Tabak, Zuckerrohr, amswurzeln, Limonen, Orangen u. s. w.), sowie reich an Silber, Kupfer und Eisen. Die zahlreiche Bevölkerung treibt lebhaften Handel. Die reinen Congesen stellen in Farbe und Körperbeschaffenheit den ausgebildeten Negertypus dar, zum Teil jedoch im übergange zum Kaffer. Sie sind ein gutmütiges, gastfreies, aber sehr indolentes be Sllapen Ehemals wurden von C. bedeutend mehr Sklaven ausgeführt als aus irgendeinem Teile Afrikas, weshalb sich auch Congo-Neger in allen sklavenhaltenden Ländern Amerikas finden. Das eigentliche C. umfaßt eine ganze Anzahl von Ländern, welche einst und auch noch jetzt selbständige Herrschergebiete sind, deren Chefs Sova oder Mani hießen. Die sechs hauptsächlichsten derselben hatten die en, in Mrol als sie C. noch zu ihren Besitzungen Rnam in Provinzen unter Herzögen, Grafen und Rarquis umgewandelt, nämlich Sonho und Sundi links am Congo; Bamba am Meere; Pemba, Batta und Pango im Innern. Die Bewohner von Batta nennen sich Masombi. Weniger wichtig sind die Abteilungen Mussulu, Encoghe, Oando, Vamma u. s. w. und die Stämme der Mossora, Dembo, Amulaska, Angonga, Mahungo u. s. w. Im allgemeinen nennen sich die Congesen Mosicongo. Die Hauptstadt des jetzigen kleinen C. heißt Ambassi, wird aber meist C. genannt; die Portugiesen gaben ihr den Namen San-Salvador. Sie liegt in 460 m Höhe 170 km östlich von der Mündung des C., 350 kKm im NNO. von Loanda. Als 1484 Diego Cano (Diego Cam) diese Küsten entdeckte, wurde hier der erste Negerkönig getauft, und portug. Missionare ließen sich hier nieder. Von den Festungswerken sind noch Reste vorhanden; die Kathedrale und die 12 Kirchen sind Ruinen, und der Ort ist seit dem Zerfalle des Reichs 1668 fast eine Wüste. Die Aunaekleidrt haben ihn 1870 verlassen. Viele der gut gekleideten und bewaffnet ehenden Bewohner sprechen portugiesisch. In dem ebiete nördlich vom untern Congoflusse liegen am rechten Ufer des Stroms der altberühmte große Sklavenmarkt Bomma und die Hauptsklavensam Punta do Lenha, Sammelplätze des uswurfs der Menschheit, und nördlicher in Cabinda und Molemba wurden 1838 sog. Verbrecherkolonien von den Portugiesen angelegt, so- wie in C. selbst (unter 8˙ südl. Br.) im Hafenort Ambriz (s. d.) ein Fort und eine Kolonie von Cabinda-Negern gegründet. Aus ido Küstenorten werden Kopalgummi, Wachs, Schildpatt, Palmöl, Häute, Kupfererze und in bedeutender Menge aus dem innern Hochlande herangeführtes Elfenbein, elegentlich aber + Sklaven exportiert. nnern C.s beuten die Portugiesen die reichen Kupferminen von Bembe (Pemba) aus, die sie durch ein Fort schützen. Im übrigen ist C. von Portugal unabhängig. Oon grandezza (ital.), musiłalische Vortragsbezeichnung: mit gemessener Würde. Oon gravità (ital.), mit bedächtigem Ernst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 558Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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