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ErdkundeBrockhaus 1882

Corinth, kleiner, aber von Natur fester und strategisch wichtiger Ort im nordöstl. Winkel (des County Alcorn) des nordamerik. Staats Mississippi, unweit der Südgrenze des Staats Tennessee, Knotenpunkt der Memphis-Charleston⸗ und Mobile-Ohiobahn, war in dem Bürgerkriege seit 1861 für die Konföderierten der wichtigste Kommunikationspunkt zwischen dem Osten und Westen ihres Gebiets. Die vereinigten konföderierten Armeen Johnstons und Beauregards wählten daher im Frühjahr 1862 C. zu ihrem Stützpunkte und wandelten den Platz durch Erdwerke in eine starke Festung um. Nachdem sie 6. und 7. April den Unionisten unter Grant bei Ur eine Schlacht geliefert, rückten letztere unter O H Hallecks von Pittsburg-Landing (unweit Shiloh) aus 27. April 1862 gegen C. vor, lieferten den Konföderierten 5. und 9. Mai zwei siegreiche Treffen bei Farmington und schritten nach mancherlei Zwischenfällen 20. Mai zur förmlichen Belagerung des Bollwerks, welches endlich nach tapferer Gegenwehr 30. Mai in ihre Hände fiel. Jahr zweiten mal wurde C. im Herbst desselben zahres der Schauplatz einer folgenreichen Schlacht, indem der unionistische General Rosecrans, der inzwischen sein Hauptquartier daselbst aufgeschlagen hatte, die gegen den Platz anrückenden Konföderierten unter Price in einem zweitägigen, blutigen Kampfe (3. und 4. Okt.) zurückwarf und dem verfolgten Feinde 5. Okt. am Flusse Hatchie eine vollständige Niederlage beibrachte. Durch den Verlust von C. wurde den Konföderierten die direkte Verbindung zwischen dem östl. und westl. Kriegsschauplatz abgeschnitten. ů

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 598Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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