Coruwall (Barry), Schriftstellername des engl. Dichters Bryan Waller Procter (s. d.). Cornwallis (Charles Mann, Marquis von), brit. General, der ältere Sohn des ersten Grafen dieses Namens, wurde 31. Dez. 1738 geboren und trat, nachdem er zu Eton und Cambridge seine Studien vollendet, 1761 als Lord Broome in die Armee, nahm am Siebenjährigen Kriege als Adjutant des Marquis von Granby teil und stieg nach seiner Rückkehr zum Obersten auf. Schon 1761 kam er infolge des Todes seines Vaters ins Oberhaus, wo er sich der Kolonialpolitik des Ministeriums widersetzte. Am 3. Mai 1776 landete er mit sieben Regimentern Infanterie bei Kap Fear in Nordcarolina und kämpfte dort bis 1779 unter den Generalen Howe und Clinton. Er erfocht 16. Aug. 1780 einen blutigen Sieg über den General Gates bei Camden und im März 1781 über General Green bei Guilford, wurde aber bei Vorktown von Washington zu Lande und der franz. Flotte eingeschlossen und mußte sich 19. Okt. 1781 mit 9000 Mann ergeben. (S. Clinton.) Deshalb zurückgerufen, ging er 1786 als Generalgouverneur nach Bengalen und landete im September in Kalkutta. Hier griff er 1791 den kriegerischen Sultan von Mysore an, siegte bei Bangalore, belagerte im folgenden Jahre Seringapatam und nötigte endlich den von allen Seiten bedrängten Tippo-Sahib, sich zu unterwerfen und der Ostindischen Kompagnie einen großen Teil seiner Besitzungen abzutreten. Demnächst organisierte er die Verwaltung Ostindiens, besonders das Steuerwesen, kehrte 1793 nach England zurück, wurde zum Marquis erhoben und erhielt 1798 das Gouvernement von Irland, wo er die dort gelandeten Franzosen gefangen nahm, den Aufruhr unterdrückte und die Union mit England einleitete. C. unterhandelte 1801 den Frieden mit Frankreich und unterzeichnete 27. März 1802 den Vertrag zu Amiens. Nach dem Rücktritt des Marquis von Wellesley übernahm er 1805, obschon kränklich, noch einmal das Generalgouvernement in Ostindien, starb aber schon 5. Okt. desselben Jahres bald nach seiner Ankunft zu Ghazapore (Provinz Benares). C. war ebenso ausgezeichnet als Krieger wie als Beamter; er besaß ein außerordentliches Organisationstalent. Zu Madras, Bombay und Kalkutta wurden ihm Denkmale errichtet, und das Parlament ließ ihm ein Monument in der Paulskirche in London setzen. Seine „Correspondencen (herausg. von Roß, 2.Aufl., 3 Bde., Lond. 1859) enthält namentlich über seine Thätigkeit in Dlamd wertvolle Mitteilungen. Cornwallis (William Mann, Graf), brit. Admiral der roten Flagge, geb. 25. Febr. 1744, trat jung in den brit. Seedienst und erhielt während des nordamerik. Befreiungskriegs, sowie in dem Kriege gegen die Französische Republik größere Kommandos übertragen. Zwistigkeiten mit dem an der Spitze der Admiralität stehenden Admiral Howe und Intriguen brachten C. 1796 vor ein Kriegsgericht, das ihn jedoch freisprach. C. befehligte später die Kanalflotte und starb am 5. Juni 1819.