FeedClinton (Sir Henry)
GeschichteBrockhaus 1882

Clinton (Sir Henry), brit. Feldherr im nordamerik. Freiheitskriege, ein Enkel des Grafen von Lincoln, geb. um 1738, war im Siebenjährigen Kriege Adjutant des Herzogs von Braunschweig. Er wurde 1758 Hauptmann und 1775 als Generalmajor nach den brit. Kolonien in Nordamerika gesandt. Sein erstes Auftreten daselbst war erfolgreich; er schlug nach der Schlacht bei Bunkershill 1776 die Amerikaner in mehrern Gefechten auf Long-Island, beschoß Charleston, nahm im September Neuyork weg, stürmte im Okt. 1777 die Forts Montgomery und Clinton am Hudson und wurde im Juni 1778 an Howes Stelle zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt. Bei der Annäherung Washingtons mußte er Philadelphia den amerik. Truppen überlassen, bewerkstelligte jedoch mit großer Geschicklichkeit seinen Rückzug durch Jersey und versammelte sein Heer bei Neuyork. In Charleston, das er im Mai 1780 nahm, verübte er die greulichsten Metzeleien und ließ Frauen und Greise erschießen. Im folgenden Jahre versuchte er die Franzosen, die unter Lafayette Rhode-Island besetzt hielten, anzugreifen; allein Washington setzte seinem Vordringen ein Ziel. Im J. 1781 segelte er mit 7000 Mann von Neuyork ab, um Lord Cornwallis in orktown zu entsetzen, erfuhr jedoch unterwegs dessen Kapitulation und kehrte zurück. C. wurde 1782 nach England zurückberufen, erhielt dann das Gouvernement von Limerick, trat nachher ins Parlament und starb als Gouverneur von Gibraltar 24. Dez. 1795. Er veröffentlichte «Erzählungen über seine Führung in Amerikap (Lond. 1782), 4 Bemerkungen über Cornwallis' Antwort v (Lond. 1783), Bemerkungen über die Geschichte des amerik. Kriegs von Stedmanp (Lond. 1784).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 459Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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