FeedCumberland (Wilh. Aug., Herzog von)
GeschichteBrockhaus 1882

Cumberland (Wilh. Aug., Herzog von), ein Sohn des Königs Georg II. von England, geb. zu London 26. April 1721, machte 1740 unter Lord Norris eine See-Expedition und 1743 an der Seite des Vaters die Schlacht bei Dettingen mit, in welcher er verwundet wurde. Als Oberbefehlshaber der engl. Truppen in Flandern verlor er 11. Mai 1745 die Schlacht bei Fontenoy gegen den Marschall von Sachsen. Viele Gewalted fielen infolge dieser Niederlage in die Gewalt der Franzosen, und der Prinz Karl Eduard erhob in Schottland die Fahne des Aufruhrs aufs neue. König Georg II. icht seinen Sohn aus Flandern zurück, und dieser 6 ug bei Culloden den Aufstand nieder, beeckte jedoch seinen Ruhm durch Grausamkeit gegen die Besiegten. C. kehrte im folgenden Jahre nach dem Festlande zurück und wurde bei Laffeld 2. Juli 1747 vom Marschall von Sachsen geschlagen. Nach Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs erhielt er das Kommando der verbündeten Armee in Deutschland, unterlag aber 1757 gegen d'Etrées im Treffen bei Hastenbeck und schloß 8. Sept. die wenig ehrenvolle Konvention zu Kloster Zeven, welche König Georg II. nicht genehmigte. C. wurde abberufen und starb, nachdem er seine militärischen Würden niedergelegt hatte, zu Windsor 31. Okt. 1765. Der Titel eines Herzogs von C. wurde hierauf an Heinrich Friedrich, Bruder Georgs III. (gest. 1790), im J. 1799 an den Prinzen Ernst August (spätern König von Hannover), sowie 1878 an dessen Enkel Ernst August verliehen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 713Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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