FeedChabaud-Latour
GeschichteBrockhaus 1882

Chabaud-Latour (Frangçois Ernest Henri, Baron), franz. General und Minister, geb. 25. Jan. 1804 zu Nimes, trat 1820 in die Polytechnische Schule und aus dieser in das franz. Geniekorps über, in welchem er bereits 1827 Kapitän wurde. Er nahm 1830 an der Eroberung von Algerien teil und wurde dann bei der Befestigung von Paris verwendet. Als Stabsoffizier wurde er 1837—43 dem Herzog von Orléans überwiesen, dann 1845 um Obersten, 1853 zum Brigadegeneral und vier Fahre später zum Divisionsgeneral befördert. Im Deutsch-Französischen Kriege von 1870 — 71 beber na er die Genietruppen von Paris während er ganzen Verteidigung und krenn 1 für diese Thätigkeit späterhin das Großkreuz der Ehrenlegion; 1873 war er einer der zur Aburteilung des Marschalls Bazaine berufenen Richter. Schon als Stabsoffizier hatte C. 1837 — 48 neben seiner Stellung als Ordonnanzoffizier des Herzogs von Orléans am parlamentarischen Leben ron teilenommen und als Mitglied der konservativen Partei unter der Julimonarchie laie für das Ministerium gestimmt. Unter der kaiserl. Regierung hielt er sich zwar vom Treiben der polit. Parteien vorsichtig zurück, wurde indessen Mitglied des Unterrichtsrats, sowie des Centralrats der reform. Kirche. Im Febr. 1871 wurde er als Vertreter des Gard-Departements in die Nationalversammlung gewählt und mehrmals zum Vizepräsidenten dieser Körperschaft erwählt; er gehörte dem rechten Centrum an und galt für einen eifrigen Anhänger der Orleans. Am 20. Juli 1874 wurde C. unter der Präsidentschaft des Marschalls Mac-Mahon Minister des Innern und behielt dieses Portefeuille bis zum 10. März 1875. Im Nov. 1877 wurde er zum Senator auf Lebenszeit ernannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 156Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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