Daköta, ein ursprünglich zu Minnesota gehöriges, im J. 1859 zum ersten mal von Weißen dauernd angesiedeltes Territorium der Vereinigten Staaten von Amerika, wurde 1861 als solches organisiert und erhielt seine jetzige Gestalt nach mancherlei Abtretungen an die benachbarten Staaten und Territorien durch Akt vom 25. Juli 1868. Dasselbe liegt zwischen 43 und 49 nördl. Br. und 965 20 und 1045 westl. L. von Greenwich, grenzt, seiner äußern Form nach ein Rechteck, im O. an die Staaten Minnesota und Jowa, im S. an Nebraska, im W. an die Territorien Wyoming und Montana, im N. an die engl. Besitzungen. Nach dem letzten Census der Vereinigten Staaten von 1880 beträgt der Flächeninhalt von D. 386 153 akm, von denen etwa 52816 besiedelt sind. Die Bevölkerung belief sich 1860 auf 4837, 1870 auf 14 181, 1880 auf 135 177 E. Von diesen waren 83382 in den Vereinigten Staaten, 51795 im Auslande geboren; 82296 gehörten dem männlichen, 52881 dem weiblichen Geschlecht an; 133147 waren Weiße, 401 Neger, 238 Chinesen und 1391 steuerzahlende Indianer. Die noch uncivilisierten, in Stammesgemeinschaft lebenden Indianer sind in der angeführten Einwohnerzahl nicht einbegriffen; sie mögen nach verschiedenen Schätzungen etwa noch 20000 Seelen stark sein und gehören hauptsächlich den Stämmen der Sioux, Poncas, Arickarees, Gros-Ventres und Mandans an. Der zum größten Teil ungemein fruchtbare Boden Dis ist zum Ackerbau und zur Viehzucht vorzüglich geeignet. Im allgemeinen trägt das Territorium den Charakter einer vortrefflich bewässerten, welligen, mit zahlreichen Waldbosketts besetzten Prairielandschaft. Abweichungen von dieser Formation sind nur im Osten das etwa 80 km breite, äußerst fruchtbare Thal des Red-River; ferner der niedrige, meist schmale Höhenzug (Coteau du Missouri, Coteau deés Prairiées), welcher östlich vom Missouri und mit diesem parallel laufend die Wasserscheide zwischen den Zuflüssen der Hudsonsbai einerseits und des Missouri⸗ beziehungsweise Mississippigebiets andererseits bildet und das Territorium von NW. nach SO. quer durchschneidet; endlich jedoch im Westen die sog. Bad Landso des Kleinen Missouri (auf ältern Karten Mauvaises Terreso genannt), eine gewaltige, wild zerrissene und zerklüftete Thallandschaft von grandioser, ganz eigenartiger Naturschönheit mit ihren unzähligen Caßons, Felstrümmern und Abgründen, während sich in der südwestl. Ecke D.s die in nordwestl. Richtung bis nach Wyoming hineinragenden, dicht bewaldeten, an Metallschätzen unermeßlich reichen Black Hills bis zu einer Höhe von über 2000 meerheben. Der Missouri, von NW. nach SO. das Territorium diagonal durchströmend, und der Red-River (of the Forth), die Grenze zwischen D. und Minnesota bildend, bewässern mit ihren Nebenflüssen das Land in ausgiebigster Weise. Die außerordentliche Fruchtbarkeit D.s wird kaum von einem andern Gebiet der Vereinigten Staaten übertroffen. Seine reichen Weizenernten, die seit 1878 teilweise über Chicago nach Europa verschifft werden, haben seinen Ruf bereits im Weltmarkt begründet. Bisjetzt sind jedoch meist nur die durch ihren vorzüglichen Weizenboden berühmten Teile im Gebiete des Red-River unter rationeller Kultur, unter ihnen besonders das County Cass, welches 1880 allein von 20950 ha 356 808 hl Weizen produzierte, während die Weizenernte 1882 bei Vermehrung des Weizenbodens auf 60 750 ha auf 1 Mill. hl geschätzt wird. Zu erwähnen ist auch noch die Farm des Herrn Dalrymple (30400 ha groß, von denen sich zur Zeit 12000 unter dem Pflug befinden), eine der größten und besten D.s, auf welcher die Landwirtschaft im großartigsten Maßstabe betrieben wird. Die Arbeiter auf den Farms sind meist Deutsche, Dänen und Schweden. Trotz der verhältnismäßig beschränkten Bebauung des Bodens ist schon jetzt die landwirtschaftliche Produktion eine hohe zu nennen. D. lieferte nämlich nach dem Census von 1880 an Gerste 97 759 hl von 6543 ha, an Mais 703 066 hl von 36 795 ha, an Hafer 781275 hl von 31 681 ha, an Roggen 8584 hl von 966 ha, an Weizen endlich 997 340 hl von 107 445 ha. Die seit Mai 1881 bis zum Kleinen Missouri in Betrieb gesetzte und seitdem fortgesetzte Northern-Pacific-Eisenbahn, welche 1883 vollendet werden soll, durchschneidet etwa zwischen 46 51 und 46 56“ nördl. Br. von O. nach W. laufend den nördlichern Teil D.s und erschließt bisher unangesiedelte Regionen der Kultur. Die Industrie ist nur schwach entwickelt, da die Städte D.s, der Sitz derselben, nur klein und unbedeutend sind. Die Hauptstadt ist Hankton im gleichnamigen County, in der südöstl. Ecke des Territoriums, mit (1880) 3431 C. Außer ihm sind noch zu erwähnen Bismarck, zu Ehren des deutschen Reichskanzlers so genannt, in fruchtbarer Gegend am Missouri gelegen, wo die Northern-Pacific diesen überschreitet, und Valley-City mit einigen hundert, endlich Fargo mit 2693 E. In den letzten Jahren hat sich der Bergbau bedeutend entwickelt. Große Kohlenflöze, Gold-, Silber- und Eisenlager befinden sich im Westen des Territoriums, die Goldlager insbesondere im Gebiete der Black Hills (in den Counties Lawrence, Custer und Pennington). Bis zum Schluß des 30. Juni 1881 endenden Fiskaljahres wurden bei den Vereinigten Staaten-Münzen an Gold, das in D. gewonnen war, 10644852 Doll. abgegeben, während sich die Produktion im J. 1880 allein auf 4140 856 Doll. stellte. Im J. 1869 erging für das Territorium ein Gesetz betreffend die Einrichtung öffentlicher Schulen. Seitdem hat sich das Schulwesen kräftig entwickelt; 1879 betrug die Zahl der eingetragenen Schüler 5410, die Schuleinnahmen beliefen sich auf 32 423, die Ausgaben auf 32804 Doll., während das gesamte Schuleigentum einen Wert von 32978 Doll. repräsentierte. Der Wert des in Privatbesitz befindlichen im Nov. 1881 auf 50 Mill. Doll. geschätzt. Die Schulden des Territoriums betrugen nach dem Censusbericht von 1880 22612 Doll., während ein Barbestand von 85373 Doll. vorhanden war. D.s Verfassung ist dieselbe wie die in den übrigen Territorien. So ernennt die Bundesregierung in Washington den Gouverneur und die sonstigen Exekutivbeamten auf je vier Jahre, während die Gesetzgebende Versammlung vom Volke gewählt wird.