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ErdkundeBrockhaus 1882

Bhopal, ein 18390 akm enthaltender mohammed. Vasallenstaat des Indo-Britischen Reichs. B., in administrativer und polit. Hinsicht einen Teil der Präsidentschaft Bengalen, und zwar eine Assistent-Agentschaft des zu jener gehörenden Oberkommis-Rerbnd Centralindien bildend, wird südlich von der erbudda, nmis von Dschabalpur, einer Division des Oberkommissariats der Centralprovinzen, westlich von Malwa, nördlich von Guma und Gwalior, Assistent-Agentschaften von Centralindien, und nordwestlich von der zu dem Oberkommissariat Radschputana gehörenden As 12 Deil von B. Haraoti berenzt. Der bnd e Teil von B. gehört dem lußthale der Nerbudda an. Von hier erhebt sich das Land nach der Kette des hin, auf dessen Nordseite dasselbe, ein Plateau bildend, mit seiner größern Hälfte gelegen ist. B. wird von den Flüssen Nerbudda, Dhasa, Betwa, Purbatti und Rewui bewässert. Die Einwohner, sich 1873 auf 769 200 belaufend, bestehen zur größern Hälfte aus Hindu, zur kleinern aus unter Aureng-Zey daselbst eingewanderten Patanis aus Afghanistan. Die, wie der Staat, B. genannte, 24 14 nördl. Br. und 77· 33/ östl. L. (von Greenwich) gelegene, von einem gemauerten Walle umgebene Hauptstabt hat breite, gerade Straßen, besitzt ein Fort, zeigt aber, sowie auch die fürstl. Residenz, das südwest ich von der Stadt auf einem Felsen erbaute, befestigte Schloß Eadwesht Lon ieetert Spuren des Verfalls. Südwestlich von letzterm befindet sich ein künstlich angelegter, 7 Em langer und halb so breiter, mit Rchern und Krokodilen erfüllter tiefer Teich. Ein ähnlicher, halb so großer Teich liegt östlich von der Stadt. Das Reich B. wurde von einem Afghanen geründet, der, früher in Dienst von Aureng-Zeyb siehend, sich unabhängig machte und 1723 starb. Stifter der gegenwärtigen Dynastie war Wazir-Mohammed, der seine Unabhängigkeit wiederholt gegen die Angriffe der Maharatten, namentlich 1809 —12, mit ebenso viel Tapferkeit als Glück verteidigte. Er starb 1816. Sein Sohn Nazar-Mohammed schloß 1818 einen Vertrag mit den Engländern, wodurch seinem Reiche die Unabhängigkeit arantiert wurde, unter der Bedingung, Ind erelbe ein Kontingent von 400 Fußsoldaten und 600 Reitern zu der engl.⸗ind. Armee stelle. Als der Nabob bald nachher starb, hinterließ derselbe eine einzige Tochter, Sikander-Begum, welche, verheiratet mit ihrem Neffen, eine Schah-Jehan genannte Tochter gebar. Sikander-Begum leitete die Verwaltung von B. mit so vieler Geschicklichkeit und Kraft, daß sie zur Herrscherin über dieses Reich und ihre Tochter zu ihrer Nachfolgerin ernannt wurde. Für ihre guten Dienste 1857 bei Gelegenheit des Seapoy-Aufstandes erhielt sie von den Engländern eine Vergrößerung ihres Grundgebietes. Als sie 1863 auf der Pilgerfahrt nach Mekka starb, folgte ihr ihre Tochter unter dem Titel Nabob Schah-Jehan. Die Einkünfte von B. betragen jahrlich 137 625 Id. St.; die Armee besteht aus 3428 Fußsoldaten, 723 Reitern und 223 Artilleristen mit 70 namm,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 943Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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