Deal (spr. Dihl), Seestadt an der Ostküste der engl. Grafschaft Kent, an der Eisenbahn, 25Emim OSO. von Canterbury und 13 Em im NYO. von Dover, zählt (1881) 8422 E. und ist in dem untern, an die Nordsee stoßenden Teile, den das Hafenfort D. deckt, altertümlich, eng und schmutzig, in dem obern, der burch das Fort Sandown geschützt wird, gut gebaut. Die Stadt ist ein Seebadeort und hat ein schönes Zollhaus, eine Seeschule, ein großes Militärhospital, Kasernen und bedeutende Magazine von Marinebedürfnissen. Die Hauptbeschäftigungen der Einwohner sind Schiffbau, Segelfabrikation und Handel. D. besitzt sieben Schiffe von 433 t und eine durch die sog. Dünen (dowus) geschützte Reede, welche für mehr als 400 Schiffe jeder Art geräumig genug ist. Die Einfuhr, meist Kohlen, hatte 1879 einen Wert von 62980, die Ausfuhr von 91780 Mark. Die Dünen bilden eine lange Kette von Ramsgate bis zum Kap Dunge-Neß. Zwischen ersterm Ort und D. ist denselben, gleichweit etwa 3,7 km von beiden entfernt, eine gefährliche Sandbank (Goodwin Sands) vorgelagert, vor welcher beständig sechs Leuchtschiffe aufgestellt sind. Außer den Leuchttürmen von Nord-Foreland und Ramsgate im Norden und dem auf der Kreidellippe von Süd-Foreland hat man mitten auf der Sandbank einen gußeisernen, 18 m hohen Leucht- und Sicherheitsturm (Safety beacon) errichtet, der auf einem in den Sand versenkten Dreieck ruht und bis auf den submarinen Kreideboden reicht. Nach gewöhnlicher Annahme hat Julius Cäsar auf seinem ersten Zuge bei D. die Küste Britanniens betreten; 1495 landete Perkin Warbeck daselbst. Die Schlösser D., Sandown- und Walmer-Castle (wo Wellington starb) wurden 1539 von Heinrich VIII. zur Deckung der Küste angelegt. Letzteres ist die Amtswohnung des Lord-Warden der Cinque Ports (f. d.). Seit neuester Zeit ist D., sowie das sich anschließende Walmer auch ein vielbesuchtes Seebad.