Decimälsystem nennt man dasjenige Zahlensystem (. d.), dessen Grundzahl 10 ist, sodann diejenige Einteilungsart der Münzen, Maße und Gewichte, nach welcher jede höhere Einheit in 10 oder 100 oder 1000 u. s. w. niedrigere Einheiten geteilt wird, wie dies namentlich in dem Metrischen System der Fall ist. Dieses System empfiehlt sich durch die außerordentliche Leichtigkeit, mit welcher alle Reduktionen ausgeführt, d. h. Einheiten irgend einer Art auf eine höhere oder niedrigere Benennung gebracht werden können. Um die höhern Stufen, das Zehn⸗, Hundert-, Tausend⸗ und Zehntausendfache der Maßeinheit zu bezeichnen, setzt man dem Namen der Maßeinheit die dem Griechi-Rar entnommenen Worte Deka, Hekto, Kilo und Myria vor; um die Unterstufen, den zehnten, hundertsten und tausendsten Teil, zu bezeichnen, wendet man die dem Lateinischen entnommenen Worte Deci, Centi und Milli an. Die neuere Praxis beschränkt sich mehr und mehr auf Kilometer, Meter, Centimeter für Längen, auf Kilogramm, Gramm für Gewichte. So ist beim Längenmaß 1 Dekameter 10, 1 Kilometer 1000, 1 Myriameter + 10 000 Meter; 1 Decimeter ½0, 1 Centimeter die Maß⸗ und Gewichtsordnung vom 17. Aug. 1868 wurde das D. auch für den Norddeutschen Bund eingeführt, von welchem es 1871 auf das gesamte Deutsche Reich überging. Dasselbe fand seitdem auch in zahlreichen andern Ländern statt. Für das Münzwesen ist im Deutschen Reiche durch die Gesetze vom 4. Dez. 1871 und 9. Juli 1873 als Einheit die Mark (s. d.) festgesetzt, welche unmittelbar in 100 Pfennige eingeteilt wird; ebenso wird in Frankreich und den meisten Ländern der Lateinischen Münzkonvention (s. d.) die Einheit, der Franc (s. d.), unmittelbar in 100 Centimes eingeteilt. Ebenso teilt Osterreich den Gulden in 100 Kreuzer, Italien die Lira in 100 Centesimi, die Niederlande den Gulden in 100 Cents, Griechenland die Drachme in 100 Lepta, Rußland den Rubel in 100 Kopeken, Schweden den Riksdaler in 100 Bre, China, Japan und die Vereinigten Staaten von Nordamerika den Dollar in 100 Cents.