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ErdkundeBrockhaus 1882

Detroit, die bedeutendste Stadt des nordamerik. Unionsstaats Michigan im County Wayne am Westufer des Detroitflusses, 11 Kme vom St.⸗Clair- und 29 km vom Eriesee gelegen, hat den besten Hafen an den großen Canadischen Seen und steht durch Dampferlinien und acht Eisenbahnen in direkter Verbindung mit allen Teilen der Vereinigten Staaten. D. zählte 1830 nur 2222 E., 1850 schon 21019, 1870 aber 79577, 1880 endlich 116 340 E., darunter 45645 Ausländer, von denen die Mehrzahl Deutsche sind. Als Fort Ponchartrain wurde es schon 1701 von dem Franzosen de la Motte-Cadillae angelegt; seinen gegenwärtigen Namen erhielt es später von der Straße (le détroit), welche den Huron⸗ mit dem Eriesee verbindet. Früher nur als Militärposten wichtig, entfaltete es erst seit Eröffnung der Dampfschiffahrt auf den canadischen Seen seine Bedeutung als Stapel⸗ und Handelsplatz. Diese zeigt si 15 Hiuteh im Holz⸗, Getreide⸗, Woll⸗, Vieh⸗ und Häutehandel, während bei der Nähe der Eisenregionen am Obern See und der bequemen Wasserverbindung mit denselben die Eisenindustrie von D. sich sehr rasch entwickelt hat. Die wichtigsten Handelsartikel, welche zum Verkauf nach D. gebracht werden, sind Weizen, Rais, Hafer, Häute, Wolle, Rindvieh und Schweine. Im J. 1880 bestanden in D. 875 gewerbliche Betriebe, in denen ein Kapital von 14202 159 Doll. angelegt war. Dieselben lieferten Fabrikate im Werte von 28303 580 Doll. und beschäftigten 15062 Arbeiter. Die Pulmannsche Eisenbahnwagen-Gesellschaft, deren Hauptwerkstätten sich hier befinden, liefert allein jährlich für 4½ Mill. Doll. Wagen. D. hat zahlreiche Kirchen, Zeitungen und Theater; für das Schulwesen ist gut gesorgt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 102Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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