FeedDeutschen Bundes) Friedensverhandlungen
GeschichteBrockhaus 1882

Deutschen Bundes) Friedensverhandlungen, welche 2. Juli zu Berlin zum Abschluß kamen. Es wurde vereinbart, daß die neutralen Truppen das nördl. Schleswig und die preuß. Truppen die Herzogtümer Schleswig und Holstein verlassen, Schleswig dagegen von den Dänen besetzt werden sollte. Der Statthalterschaft war der Verlauf der Verhandlungen nicht unbekannt geblieben und man hatte sich darauf vorbereitet, selbständig den Krieg gegen Dänemark fortzusetzen. Preußen hatte schon im März den General von Bonin und alle preuß. Offiziere, welche nicht aus dem Verbande des preuß. Heers ausscheiden wollten, zurückgerufen und 10. April übernahm der preuß. General von Willisen den Befehl über die schleswig-holstein. Truppen, deren Offizierkorps sich durch viele sehr tüchtige deutsche, namentlich preuß. Offiziere ergänztelvon der Horst, Gerhardt, Wissel, von der Tann, Wyneken). Das Heer wurde auf die Stärke von 27000 Mann .gebracht und bestand aus 40 Halbbataillonen Gu 600 Mann), 10 Schwadronen Dragoner und 11 Batterien (84 Geschütze). Als die preuß. Truppen vom 13. bis 17. Juli Schleswig räumten, versammelte General von Willisen das ganze Heer in der Stellung von Idstedt (8 Kmenördlich von der Stadt Schleswig), verabsäumte jedoch, diese Stellung zu befestigen. Die dän. Armee stand 18. Juli unter General von Krogh, 38 000 Mann und 96 Geschütze stark, bei Flensburg und rückte am 23. vor, bestand am folgenden Tage ernste Gefechte bei Sollbrück und Helligbek, in denen die Schleswig-Holsteiner nachhaltig Widerstand leisteten, und griff 25. Juli die Stellung von Idstedt (s. d.) an. Die Schlacht dauerte bis zum Abend und der Sieg verblieb den Dänen; doch führte General von Willisen seine Truppen ohne weitern Verlust nach Fahrdorf und Missunde zurück. Der Ausgang des Kriegs war mit dieser Schlacht entschieden, obschon das schleswig-holstein. Heer bald wieder dewalde war und sogar auf 37000 Mann gebracht wurde. Missunde und Eckernförde wurden aufgegeben, das wichtige Friedrichstadt ging 7. Aug. ohne ernsten Widerstand verloren, doch wurde ein Vorstoß der Dänen gegen die Linie der Sorge am folgenden Tage zurückgewiesen. Widerwillig entschloß sich auf Verlangen der Statthalterschaft General von Willisen zur Aufnahme der Offensive und unternahm Vorstöße, welche sämtlich unglücklich verliefen, gegen Missunde (12. Sept.) owie gegen Friedrichstadt (28. Sept. bis 5. Okt.). Am 7. Dez. legte von Willisen den Oberbefehl nieder und General von der Horst trat an seine Stelle; doch kam es nicht zu weitern Kämpfen, da die Warschauer Konferenz (3. Nov.) und die Konvention von Olmütz (28. Nov.) über das Schicksal der Herzogtümer entschieden hatten. Am 12. Jan. 1851 unterwarf sich die Statthalterschaft den namens des Deutschen Bundes durch Kommissare Osterreichs und Preußens gestellten Bedingungen. Osterreichische Truppen gingen bei Artlenburg über die Elbe und besetzten im Verein mit preußischen Holstein. General von der Horst mußte das bis auf 43000 Mann angewachsene Heer (5½ Proz. der Bevölkerung) auflösen und das gesamte Kriegsmaterial an Dänemark ausliefern. Die Herzogtümer hatten 50 Mill. Mark vergeblich in dem dreijährigen Kriege aufgewendet und verfielen durch Deutschlands Schwäche und die Mißgunst des Auslandes, namentlich Großbritanniens und Rußlands, der Fremdherrschaft aufs neue, aus welcher sie erst 1864 durch die Wiederaufnahme der nationalen Politik durch den inzwischen militärisch gekräftigten preuß. Staat befreit worden sind. Vgl. Graf Baudissin, Geschichte des schleswigholstein. Kriegso (Hann. 1862); Streckfuß, Feldzug in Schleswig-Holstein 1848 bis 18495 (Berl. 1851); Beihefte zum „Militär-Wochenblatto; darm-Im Militär-Wochenblatto findet sich ein Nachweis der einsch . (auch Broschüren-)Litteratur.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 107Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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