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GeschichteBrockhaus 1882

Deutsche änischer Krieg von 1864. Am 15. Nov. 1863 war der letzte dän. König aus dem Mannsstamme des HausesOldenburg, FriedrichVII., Hachr⸗ und drei Tage danach unterzeichnete der achfolger, Christian IX., einen Verfassungsentwurf, nach welchem Schleswig zu Dänemark geschlagen werden sollte. Der Deutsche Bund erhob Einsprache und beschloß die Bundesexekution gegen Dänemark; 12000 Mann Hannoveraner und Sachsen rückten in den letzten Tagen des Dezember in Holstein ein, welches die Dänen, ohne Widerstand zu leisten, räumten. Bei Hamburg sammelten sich eine österr., bei Lbeck eine preuß. Brigade, zusammen 10000 Mann, als Reserve für die in Holstein befindlichen Bundestruppen. Es handelte sich darum, auch Schleswig vor widerrechtlicher Vergewaltigung zu schützen, was dem Bunde nicht möglich war, da Schleswig nicht zum Deutschen Bunde gehörte; die beiden deutschen Großmächte gingen daher bald selbständig gegen Dänemark vor und ließen 1. Febr. 1864 ihre inzwischen auf 45000 Mann verstärkten Truppen, über welche der preuß. Generalfeldmarschall von Wrangel den Oberbefehl führte, die Eider überschreiten. Der Einmarsch erfolgte in drei Kolonnen: rechts ein preuß. Armeekorps unter Prinz Friedrich Karl gegen Missunde (von Kiel her), in der Mitte ein österr. Armeekorps unter Feldmarschalllieutenant von Gablenz gegen Schleswig (von Rendsburg her) und links eine aus den neuerrichteten Garderegimentern zusammengestellte preuß. Division. Die Dänen standen hinter der Schlei und dem Danewerk (s. d.) in starker, für ihre Streitmacht jedoch zu weit ausgedehnter Stellung unter General de Meza. Ein 2. Febr. gegen Missunde unternommener Vorstoß ließ erkennen, daß dort der Übergang über die Schlei nur mit großem Verluste zu erreichen sein würde, weshalb Prinz Friedrich Karl sein Korps weiter östlich 6. Febr. bei Arnis und Kappeln auf Fähren und einer unter großen technischen Schwierigkeiten geschlagenen Pontonbrücke diesen Meeresarm überschreiten ließ. Das österr. Korps hatte 3. Febr. in siegreichen Gefechten bei Oberselk und Jagel die dän. Vortruppen zurückgeworfen und stand vor der Danewerk-Stellung, als die Dänen diese in der Nacht vom 5. zum 6. Febr. räumten, was zunächst unbemerkt blieb; doch gelang es den Osterreichern, 6. Febr. die dän. Nachhut bei Oversee (s. d.) einzuholen und zu schlagen. Die Dänen gingen in die stark befestigte Düppelstellung und nach Alsen zurück, das preuß. Armeekorps unter Prinz Friedrich Karl folgte dorthin, während das österr. Armeekorps nebst der preuß. Gardedivision bis an die Nordgrenze Schleswigs vorrückten und zunächst bei Kolding stehen blieben. Am 23. März wurde vor Düppel (s. d.) die Belagerung eröffnet und 18. April die Stellung unter Mitwirkung der preuß. Gardedivision erstürmt. Die Dänen gingen nach Alsen zurück und räumten 23. April auch Rorws e welches seit 9. März von dem österr. Rorps eingeschlossen war und nunmehr von diesem besetzt wurde. Auch Jütland war von Teilen der preuß. Gardedivision bis zum Liimfjord besetzt worden. Inzwischen war ein österr. Geschwader in der Nordsee erschienen und hatte sich mit zwei preuß. Kanonenbooten vor der Elbemündung vereinigt. Dies Geschwader lieferte 9. Mai bei Helgoland den dänischen, zur Blockade der Nordseeküste bestimmten Schiffen ein Gefecht, in welchem zwar den Dänen der Sieg verblieb, doch mußten ihre stark beschädigten Schiffe die Nordsee verlassen und die Blockade aufgeben. Vom 12. Mai bis 26. Juni trat Waffenstillstand deten i den kriegführenden Mächten ein, während essen in London Verhandlungen unter Zuziehung eines Vertreters des am Kriege nicht beteiligten Deutschen Bundes stattfanden. Diese Verhandlungen blieben erfolglos, da Dänemark trotz des militärischen Mißerfolgs die Anerkennung der Rechte der Herzogtümer hartnäckig verweigerte. Auf deutscher Seite übernahm Prinz Friedrich Karl den Oberbefehl, auf dänischer General von Gerlach. Schon f 29. Juni überschritten zwei preuß. Brigaden auf r Booden den Alsensund und eroberten Alsen (s. d.),0 den wichtigsten Stützpunkt der dän. Operationen.I Vom 11. Juli an gingen auch Preußen und Oster-3 reicher über den Liimfjord und besetzten den nördl. Teil von Jütland, ebenso wurden die schleswigschen [e Nordseeimeln in Besitz genommen. Man bereitete x den Ubergang über den Kleinen Belt vor, um Fünen l zu besetzen, als 20. Juli Waffenstillstand eintrat, welcher den Krieg beendete. Der Friede wurde 30. Okt. zu Wien geschlossen; Dänemark trat die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die verbündeten deutschen Großmächte Preußen und Ssterreich ab. Vgl. Graf Waldersee, «Krieg gegen Dänemark im J. 18645 (Berl. 1865); Rüstow, „Der Deutsch-Dänische Krieg 18645 (Zür. 1864); „Hsterreichisch-Preußischer Krieg gegen Dänemark von einem k. k. Offizier» (Wien 1865); Beihefte zum Militär-Wochenblatte (1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 108Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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