Dracaena L., Drachenbaum, eine Pflanzengattung, welche zur monokotyledonischen Familie der Asparageae gehört und durch palmenartigen Wuchs, schwertförmige Blätter, welche in einer dichten Spirale an der Spitze des eylindrischen Stammes gesammelt sind, ein glockenförmiges, sechsspaltiges, Tuchtlnoten c0 Perigon und einen dreifächerigen Fruchtknoten charakterisiert ist. Die Blüten stehen quirlig und sind zu langen Rispen geordnet. Die Arten dieser Gattung sind durch die tropischen und subtropischen Zonen beider Hemisphären zerstreut. Von der ihr nahe verwandten Gattung Cordyline unterscheidet sich D. dadurch, daß sich in jedem Fache des zu einer Beere auswachsenden Fruchtknotens nur eine, bei jener aber 8—14 Samenknospen befinden und aus dem Wurzelstocke sich Ausläufer entwickeln, was bei D. niemals vorkommt. Trotz dieser Unterschiede aber führt man die Arten der Gattung Cordyline, außerdem auch Angehörige der Gattungen Charlwoodia, Dracaenopsis u. a., häufig unter dem Namen D., da sie in ihrer allgemeinen Erscheinung vollkommen übereinstimmen. Eine der am längsten bekannten Arten dieser Gattung ist D. Draco, der Drachenbaum der Canarischen Inseln, aus dessen Stamm ein an der Luft erhärtendes Harz quillt, das Drachenblut (s. d.). Weltberühmt war ein dieser Art angehöriger Baumriese bei Orotava auf Teneriffa, dessen Alter auf 6000 Jahre geschätzt wurde und dessen Stamm 1799 einen Umfang von 13 m und eine Höhe von 24 m besaß. Die Bethencourts fanden bereits 1406 dieselben Dimensionen. Er wurde am 2. Jan. 1868 vom Sturm niedergeworfen. Zahlreiche andere Arten gehören zu den geschätztesten Blattpflanzen des warmen oder temperierten Gewächshauses; sie unterscheiden sich voneinander nur durch die besondere Form und die ader Blalter p. nisse, wie auch durch die Färbung der Blätter. D. ferrea L. hat fast zweireihige, gestielte, lanzettförmige, dunkelpurpurrote, die in Indien einheimische D. terminalis dünnere, dunkelrote, D. retlexa Lam. linear-lanzettliche, mit der Zeit schlaff am Stamme herabhängende, D. indivisa Forst. dichtgedrängte, schmal-lanzettliche, an 60 em lange, D. marginata Lam. schmal-linear-lanzettliche, aufrecht abstehende, rot gerandete Blätter u. s. w. In neuester Zeit werden viele Arten in den europ Gewächshäufern gezogen. Viele dieser Blattpflanzen gedeihen auch in Wohnräumen, wenn die Temperatur nicht viel über + 12 R. hinauf und unter 4. 5² heruntergeht und genügend Licht vorhanden ist. Einige Arten lassen sich zur Ausstattung des Gartens für die Sommermonate mit Vorteil verwenden, z. B. D. australis Hoob., D. indivisa Forst., D. congesta S0. Zu diesem 4 pflanzt man sie Ende Mai, wenn Frost nicht mehr zu befürchten ist, in nahrhaften, leichten Boden, am besten in geschützter, windsicherer Lage, auf ein erhöhtes Beek, auf dem sie sich am besten ausnehmen, gießt sie im Sommer reichlich und pflanzt sie, wenn die Zeit der Herbstfröste herankommt, wieder in Töpfe. 5. australis verträgt sogar ohne Nachteil einige Kaltegrade und kann in einem Kalthause überwintert werden, doch thut man wohl, sie in einen warmen Kasten vorerst zur KLar enen O zu bringen. So bereitet man sie auch für einen Standort im reien Lande dadurch vor, daß man sie zeitig aus dem Warmhause in das Kalthaus bringt, um sie an die Luft zu gewöhnen.