FeedEnuresis
HeilkundeBrockhaus 1882

Enuresis (arch.) oder unwillkürliches Harnlassenlincontinentia urinae) erfolgt entweder fortwährend, meist tropfenweise (sog. Harnträufeln), wie dies bei verschiedenen organischen Leiden des Harnapparats, bei Blasenlähmung, Blasenstein, bei Vergrößerung der Vorsteherdrüse u. s. w. vorkommt, oder nur zu gewissen Zeiten, periodisch, namentlich des Nachts bei Kindern (sog. nächtliches Bettnässen, Enuresis nocturna). Meist handelt es sich in dem letztern Falle um eine eigentümliche Störung der Empfindungsfähigkeit der Blase für den Harnreiz, sodaß der letztere im Schlafe entweder gar nicht zum Bewußtsein gelangt oder nur eine dunkle, den Schlaf nicht unterbrechende Traumvorstellung erregt. Strafen und Beschämungen erweisen sich gegen dieses Leiden, welches meistens in den Jahren der Geschlechtsentwickel von selbst verschwindet, in der Regel ganz erfolglos; dagegen soll man den betreffenden Kindern während der Abendstunden Getränke und e Nahrung entziehen, soll sie während der Nacht ein⸗ oder mehrmals wecken, um sie an eine regelmäßige Beremng und zu gewöhnen, sowie für Bsweile Verdauung und Stuhlentleerung sorgen. Bisweilen zeigen sich auch China⸗ und % . kalte Douchen und aromatische Bäder nützlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 206Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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