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ErdkundeBrockhaus 1882

Erne, Fluß und See in Irland, Provinz Ulster. Der Fluß kommt aus dem in der Grafschaft Longford (Provinz Leinster) in 61 m Höhe gelegenen Gownasee, strömt nach N. und bewässert die Grafschaft Cavan, wo er durch den in 46 m Höhe gelegenen Ougthersee mit seinen wildzerrissenen Ufern fließt, um in die Grafschaft Fermanagh zu treten, wo er die beiden Erneseen bildet, den obern (Lough Erne upper), 37 qkm großen, in 43 m Höhe, und den 113 qkm großen und bis 68 m tiefen untern (Lough Erne lower), in 42,½ m Höhe gelegenen. Aus diesem ausgetreten, geht er nach 16 km weitern Laufs in die Donegalbai, nachdem er im ganzen etwa 100 km durchmessen hat. Schiffbar ist er nur von Ballyshannon an, wo er einen Wasserfall macht. Der obere Ernesee steht durch den E.⸗Shannonkanal bei Carrick-on-Shannon mit diesem Strome in Verbindung; vom untern Ernesee geht nach O. der Ulsterkanal zum Blackwater und von diesem zum Lough-Neagh. Die Ufer beider Seen sind reich an schönen Landschaftsbildern, namentlich die des untern, der der irische Windermere genannt zu werden pflegt, mit seinen gegen 400 Inseln. Die schönste und besuchteste unter diesen letztern ist die vom Südende des Sees etwa 4 km nördlich entfernte, etwa 32 ha große Devenishinsel, welche mittels der Dampfer des E. leicht — üen N ist. Auf ihr steht der schönste der rätselhaften Rundtürme Irlands, 2m hoch, nebst dem 4,6 mehohen restaurierten, sich verjüngenden Oberteile; er hat 14,8 m Umfang und eine Im dicke Mauer, ist im Innern also 2,76 m weit, mit einem Eingang in 2½½4 m Höhe und sieben viereckigen Lichtlöchern. Nahe um das obere Ende des Turms zieht sich ein Band seltsamer Zeichnungen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 306Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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