FeedEtang
ErdkundeBrockhaus 1882

Etang (Teich) ist im südl. Frankreich an der West⸗ wie an der Südküste die Bezeichnung für die zahlreichen Küstenseen, die dadurch gebildet werden, daß die Dünenreihen die Süßwasser, welche sich hinter ihnen Iuaugmtelud von dem Münden in das Meer abhalten. Namentlich liegt eine Reihe solcher Etangs, meist untereinander in Verbindung stehend, in der Landschaft des Landes an der Küste der Gascogne, wie der 3,8 qkm große E. von Sonstons, der 3,3 km große E. von Leon, der 3 qkm —. CE. d'Aureilhan, der C. du Lit, bie 28 akm großen Etangs von Biscarrosse und von Parenties, der 53,5 Akm große E. von Cazau und von Sanguinet, der 16 qkm große E. von Lacanau, der 53, qkm große E. von Hourtin oder von Carcans. Auch das Bassin von Arcachon ist nur ein solcher E., welcher sich aber eine Offnung zum Meere verschafft hat. An der Südküste, der von Languedoc, trennen schmale Landzungen aus Sand vom Meere den E. de St.⸗Nazaire, den 57 qkm großen von Leucate, den von Lapalme, den 27 akm großen von Bages und von Sijean, wo die Berre mündet, den von Gruissan. Die Aude em-IWanm ard bei ihrer Mündung das Wasser des 19 qm großen E. von Capestang und des 25 àkm Loau C. von Vendres. Der 80 qkm große E. von hau und der 36 qkm große E. von Mauguio folgen aufeinander zwischen den Mündungen des Herault und der Vidourle. In den E. von Mauguio mündet ein Arm des Beaucairekanals, der sog. Radellekanal, und aus dem Westende des CE. beginnt der 44 km lange Etangskan al, von welchem ein Arm, der 11 km lange Lezkanal, nach Montpellier führt. Der Etangskanal endigt bei Cette im E. von Thau und schließt sich somit an den Kanal du Midi; derselbe wurde im 18. Jahrh. hergestellt und geht durch die Etangs von Frontignan, Maguelonne, Pérols und Mauguio; er ist 38 Em lang und 2 m tief und trägt Fahrzeuge von 100—200 t. taples, Stadt im franz. Depart. Pas-de-Calais, Kantonshauptort im Arrodissement Montreuil, 13 km im WNW. von diesem Orte, 90kmim WNW. von Arras, an der Ria M⸗ unfern von deren Mündung in den Canal la Manche, Station der Linie Paris-Boulogne der Französischen Nordbahn, zählt (1876) 2948, als Gemeinde 3062 E. E. ist ein kleiner Schiffer⸗ und Fischerhafen, wichtig Ee die Einfuhr von engl. Kohlen und norweg. Holze, und hat Aur der 26 Salzraffinerie und Seifenfabrikation. Auf der Nord⸗ und Südseite (Pointe de Lornel und Pointe du Touquet) der Bai, welche die Canche bei ihrer Mündung ins Meer bildet, liegen Leuchtfeuer. Von dem 1595 geschleiften Schlosse sind nur noch wenige Trümmer vorhanden. E. hieß während der Merovingerzeit Cuentavich im Pagus Pontivus, im 8. und 9. Jahrh. erscheint es unter dem Namen Quentovicus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 392Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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